CVS-Projekt

Von Yogakurs bis Rollstuhl: Apotheken werden „HealthHubs“ APOTHEKE ADHOC, 15.05.2019 13:57 Uhr

Berlin - In einem Pilotprojekt testet die größte US-Apothekenkette CVS Amerikas drei sogenannte HealthHubs in ihren Filialen. Die sollen nicht nur niedrigschwellige Anlaufstellen für die medizinische Grundversorgung sein, sondern auch eine breite Palette an Gesundheitsdienstleistungen erbringen, die für viele Patienten den Hausarzt ersetzen. Und das Angebot geht noch weiter: Von Ernährungsberatung bis zu Fitness- und Yogakursen soll die Apotheke der Zukunft auch ein Nachbarschaftszentrum sein.

Houston ist nicht nur eine der größten Städte der USA, sondern hat auch eine der höchsten Raten an Nicht-Versicherten: Laut US-Zensusbehörde hat in der Space City mehr als ein Viertel der 2,3 Millionen Einwohner keine Krankenversicherung. Um ihre Gesundheit sorgen sich diese Menschen natürlich trotzdem – doch Arztbesuche sind teuer. CVS will sieht dort einen Bedarf, eine Lücke, die das Unternehmen füllen will. „Wir sehen eine Dringlichkeit beim Bedarf, echten Wandel in das Gesundheitssystem zu bringen“, erklärt Kevin Hourican, Leiter der Apothekensparte CVS Pharmacy. „Es war uns klar, dass es mehr als nur kleine Schritte braucht, um das zu reparieren, was in unserem Gesundheitssystem kaputt ist.“

Deshalb hat die Kette nun in Houston ein Pilotprojekt gestartet, sogenannte HealthHubs. Rund 20 Prozent der drei CVS-Filialen in Houston wurden dazu umgewidmet und bieten neben einem erweiterten Sortiment vor allem Beratung, Bewegung und Bildung an. In das neue Produktsortiment wurden beispielsweise Fitnessprodukte wie Yogamatten aufgenommen, aber auch eigene Abteilungen für homöopathische Produkte. Auch Hilfsmittel wie Rollstühle finden sich dort – allesamt Produkte, die CVS bisher nicht im Sortiment hatte. Hinzu kommt der Einsatz von Technik auf der Höhe der Zeit: Viele der Produkte sind mit Monitoren versehen, auf denen Anwendung und Nutzen erläutert werden.

Der Information der Kunden sollen sogenannte „Lerntische“ dienen: An iPads können sie hier nach eigenen Interesse stöbern und sich zu Gesundheitsfragen, Krankheitsbildern und ihrer eigenen Gesundheitsversorgung sowie ihren Bedürfnissen informieren. Wer konkretere Informationen benötigt, kann sich im Health Hub an die sogenannten Minute Clinics wenden. Diese sind keine Neuerung: Das Konzept gibt es seit dem Jahr 2000, in rund 1000 der insgesamt 8500 CVS-Filialen sind bereits solche Mini-Praxen. Patientern können sich dort von sogenannten Nurse Practitioners, also Arzthelfern mit zusätzlichen medizinischen Qualifikationen und Befugnissen, schnell und ohne Termin unter die Lupe nehmen lassen. Die Nurse Practitioners behandeln einfache Krankheiten und beraten Kunden außerdem über Bluthochdruck, Cholesterinwerte und zur Raucherentwöhnung.

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