Digitalisierung

Österreich: eRezept bis 2022 im ganzen Land APOTHEKE ADHOC, 13.02.2019 15:12 Uhr

Berlin - Das eRezept ist auch in Österreich beschlossene Sache. Ab April 2020 wird es in zwei Pilotregionen in Kärnten getestet und soll bis Mai 2022 im ganzen Land verfügbar sein. Patienten können dann vom Smartphone oder PC aus ihre Verschreibungen managen und müssen in der Apotheke nur noch ihre SV-Karte durchziehen.

Man nennt Österreich nicht umsonst Alpenrepublik, da werden auch in der Gesundheitspolitik Sachverhalte mit montanen Metaphern veranschaulicht: Von der Größe des Kilimandscharo (5895 Meter) auf die des Großglockner (3798 Meter) werde der Papierberg schrumpfen, der jährlich im Gesundheitswesen produziert wird, erklärten die Projektpartner der eRezept-Einführung. Allein durch den Wegfall von Rezeptblöcken, Druckmaterialien und dergleichen für die jährlich 60 Millionen Rezepte werde das Gesundheitswesen 2 bis 2,4 Millionen Euro sparen.

Das Projekt ist eine Zusammenarbeit des Hauptverbands der österreichischen Sozialversicherungsträger, der Apotheker- sowie der Ärztekammer. Ziel ist, dass ab 2022 landesweit in allen Apotheken ohne Papierrezept gearbeitet wird – das Rezept ist als Code im Zentralsystem der e-card, also der personenbezogene SV-Chipkarte, hinterlegt. In der Apotheke wird dieser Code gescannt und das eRezept aus dem e-card System abgerufen. Durch Stecken der e-card in der Apotheke kann das e-Rezept auch ohne Code abgerufen werden. Danach speichert der Apotheker die Einlösung des Rezeptes im e-card System und rechnet die eRezepte elektronisch mit der Sozialversicherung ab.

Die Sorge, dass das eRezept von der App einfach an einen Versender geschickt wird, muss die österreichischen Apotheken (noch) nicht umtreiben – der Rx-Versand ist in Österreich verboten. Allein genommen, das betont der Hauptverband, bringt die e-card keinerlei Informationen über das Rezept selbst, es ist lediglich der Code gespeichert. „Was sich auch mit dem eRezept nicht ändern wird, ist die Tatsache, dass auf der e-card keinerlei medizinische Daten gespeichert sind“, betont Volker Schörghofer, Generaldirektor Stellvertreter im Hauptverband. „Auch beim eRezept dient die e-card als Schlüsselkarte, die den Zugang zum e-card-System aufsperrt.“

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