Keine Zwangsmittagspause mehr für Apotheken

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Berlin - In Österreich zeichnet sich eine Verlängerung der möglichen Apothekenöffnungszeiten ab. Das Vorhaben geht zurück auf die Apotheker selbst, die eine Liberalisierung der Öffnungszeiten fordern. Derzeit wird in der Alpenrepublik das Apothekengesetz (ApoG) novelliert, Kammerpräsidentin Ulrike Mursch-Edlmayr zufolge werden die Vorschläge der Standesvertretung bereits im Gesundheitsministerium diskutiert.

„Wir wollen mit der Novelle vor allem eine Verbesserung der Versorgung der Bevölkerung erzielen“, zitieren mehrere österreichische Medien Gerhard Kobinger, Präsidiumsmitglied der Apothekerkammer. Ziel sei es, bei den möglichen Öffnungszeiten auf die Regelung des Handels mit 72 Stunden pro Woche zu kommen.

Bisher ist in § 8 ApoG festgeschrieben, die Betriebszeiten seien „von der Bezirksverwaltungsbehörde unter Bedachtnahme auf die örtlichen Verhältnisse so festzusetzen, dass die wöchentliche Betriebszeit 48 Stunden nicht überschreitet und eine tägliche Mittagssperre von ungefähr zwei Stunden eingehalten wird“. Wenn sich in einem Ort mehrere öffentliche Apotheken befinden, sind für sie gleiche Betriebszeiten festzulegen. Die vorgeschriebene Mittagssperre wird allerdings ohnehin nicht flächendeckend umgesetzt: Die Bezirksverwaltungsbehörden haben die Möglichkeit, die Vorschriften für Öffnungs- und Pausenzeiten lokal anzupassen, um auf den Bedarf vor Ort zu berücksichtigen.

Auch die Errichtung von Filialen und der Botendienst sollen liberalisiert werden: In unterversorgten Gegenden soll künftig drei statt nur der nächstgelegenen Apotheke erlaubt werden, eine Filiale zu errichten. Außerdem sollen Apotheken in einem weiteren Umkreis als bisher Arzneimittel zustellen können. Mit den Angeboten wollen die Apotheker auch einige heikle Themen durchbringen.

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