Österreich

Mehr als 400.000 unfreiwillige Versuchskaninchen? APOTHEKE ADHOC, 01.08.2017 10:45 Uhr

Berlin - In Österreich sind an mehr als 400.000 Patienten schon zugelassene Medikamente noch einmal getestet worden – oft ohne deren Wissen, geschweige denn Einwilligung. Das berichtet der ORF. Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner (SPÖ) will Reformen und sich dafür mit Ärztekammer und Pharmaindustrie zusammensetzen.

In Anwendungsstudien werden bereits auf dem Markt erhältliche Arzneimittel noch einmal getestet. Doch die Untersuchungen hätten kaum einen wissenschaftlichen Wert, meint Gerald Gartlehner von Cochrane, einem Netzwerk von Wissenschaftlern. „Diese Anwendungsstudien sind zum Großteil ein Marketinginstrument der Industrie“, sagte er im Morgenjournal des Radiosenders Ö1. Mehr als 400.000 Menschen hätten in den vergangenen sechs Jahren daran teilgenommen, errechnete die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES). Die Patienten wüssten mit großer Wahrscheinlichkeit nicht, dass ihre Daten aufgenommen und weitergegeben werden, sagte Claudia Wild von der Ludwig Boltzmann Gesellschaft dem Sender. „Zum Zweiten wissen sie hundertprozentig nicht, dass ihre Ärzte dafür ein Honorar bekommen.“ In Deutschland können sich die Honorare – je nach Beobachtungsdauer und Medikamentenkosten – auf bis zu 4000 Euro pro Person summieren. In Österreich würden weder Honorarhöhen noch teilnehmende Ärzte veröffentlicht, so der ORF. Die Durchführung der Studien sei behördlich geregelt, die Ärzte bekämen ein dem Mehraufwand angemessenes Honorar, ließ der Verband der pharmazeutischen Industrie (Pharmig) verlauten.
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