Mundipharma: Eigentümerfamilie schafft eine Milliarde beiseite

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Berlin - Im Streit um Schuld und Sühne des US-Pharmakonzerns Purdue ist derzeit viel Bewegung: Nachdem bekannt wurde, dass die Eigentümerfamilie Sackler über 10 Milliarden US-Dollar für einen Vergleich zahlen will, wird dem schwerreichen Clan nun vorgeworfen, sein tatsächliches Vermögen verschleiern zu wollen. Der New Yorker Generalstaatsanwältin Leititia James zufolge hat die Sackler-Familie rund eine Milliarde Euro in die Schweiz überwiesen, um sie vor dem Zugriff der US-Behörden zu verstecken.

Der Transfer sei im Rahmen der Ermittlungen gegen die Familie aufgefallen, so James am Freitag. Die Staatsanwältin hatte im August bei rund 30 Finanzinstituten um Informationen angefragt, um so das Vermögen der Sattlers in Erfahrung zu bringen. Sie habe noch gar nicht alle angeforderten Dokumente erhalten, wisse aber bereits jetzt von besagter Summe, so James: „Allein die Unterlagen eines Finanzinstituts haben Geldtransfers in Höhe von rund einer Milliarde Dollar zwischen den Sacklers, den von ihnen kontrollierten Betrieben und verschiedenen Finanzinstitutionen gezeigt, darunter diejenigen, die Gelder auf Schweizer Konten geschleust haben.“ Ein Sprecher von Mortimer D. A. Sackler räumte ein, dass es die Geldtransfers gab, erklärte aber, sie seien „absolut legal und in jeder Hinsicht angemessen“ gewesen.

Rund drei Milliarden US-Dollar soll die Eigentümerfamilie nach den bisherigen Plänen aus ihrem Privatvermögen beisteuern, was schon im Vorfeld der jetzigen Enthüllung für Kritik sorgte. Auch nach dem Deal würden die Sacklers milliardenschwer bleiben – aus Sicht ihrer Kritiker vor allem erwirtschaftet durch fragwürdige bis illegale Marketingpraktiken, die zum Ausbruch der Opioid-Krise beigetragen hätten.

Dem Wirtschaftsmagazin Forbes zufolge hat die Familie ein Vermögen von rund 13 Milliarden US-Dollar. Mehrere am jüngst geschlossenen Vergleich beteiligte US-Bundesstaaten, darunter New York, Massachusetts, Connecticut, Pennsylvania und North Carolina, gehen jedoch von einer höheren Summe aus. Rund vier Milliarden US-Dollars habe die Familie demnach seit 2007 von Purdue abgezogen und auf Konten im Ausland transferiert.

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