12-Milliarden-Vergleich

Purdue: 1,5 Milliarden für Mundipharma APOTHEKE ADHOC, 13.09.2019 12:09 Uhr

Berlin - Es ist bestätigt: Der Mundipharma-Mutterkonzern Purdue hat sich im Streit über seine Mitverantwortung für die Opioid-Krise in den USA mit mehr als 2000 Kommunen, Bundesstaaten und Krankenhäusern auf einen Vergleich verständigt. Neben Zahlungen von 12 Milliarden US-Dollar wurde beschlossen, dass Purdue in die Insolvenz geht und dann unter dem Dach einer Treuhandgesellschaft den Betrieb wieder aufnimmt: Das umstrittene Opioid-Schmerzmittel Oxycontin soll weiter produziert und vertrieben werden, die Erlöse aber in die Entschädigung Betroffener fließen. Die Rechtsstreitigkeiten dürften damit aber noch nicht beendet sein.

Um die 12 Milliarden Dollar aufzubringen, will die Eigentümerfamilie Sackler ihre internationalen Tochterunternehmen verkaufen, darunter auch Mundipharma. Das Frankfurter Unternehmen will sich zu den Vorgängen in den USA bisher nicht äußern. „Natürlich verfolgen wir die Berichterstattung in den USA“, so ein Statement. „Wir können die Entwicklung bei Purdue Pharma jedoch nicht kommentieren, weil wir über keinerlei Kenntnisse zu den Vorgängen verfügen.“ Die beiden Unternehmen seien unabhängige rechtliche Einheiten mit getrennten Aufsichtsorganen, einer separaten Führungsebene und unterschiedlichen Portfolio-Strategien.

Der Washington Post zufolge wird für den Mundipharma ein Preis von mindestens 1,5 Milliarden Dollar verlangt. Mehrere an dem Vergleich beteiligte Staatsanwälte würden diese Summe als Vorauszahlung der Sacklers für den Posten verlangen. Wann der Verkauf über die Bühne gehen soll und wer zum Kreis der möglichen Käufer gehört, stehe aber noch nicht fest.

Von der Vergleichssumme von 12 Milliarden Dollar sollen sieben bis acht Milliarden von Purdue kommen. Außerdem wollen die Sacklers, die Purdue 1952 übernommen haben, drei Milliarden Dollar aus ihrem Privatvermögen beisteuern – der Punkt sorgt in den USA für Kritik, denn auch nach dieser Zahlung wird der Clan milliardenschwer bleiben. Sein Gesamtvermögen wird auf 13 Milliarden Dollar geschätzt. Kritiker werfen ihm vor, diesen Reichtum durch ethisch und juristisch fragwürdige Vertriebs- und Marketingpraktiken verdient zu haben, die schließlich die Opioid-Krise wesentlich mit verursacht hätten. Purdue hat mit dem Verkauf von Oxycontin rund 35 Milliarden Dollar eingenommen.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Coronavirus

Corona-Zahlen

Spahn: Anstieg „sehr besorgniserregend“»

Nur gezielt auf Covid-19 testen

Labore warnen: An der Kapazitätsgrenze»

Barmer-Studie

Covid-19: Mehr Krankschreibungen bei Jüngeren»
Markt

Logistikdienstleister

Hedgefonds steigt bei Hermes ein»

Apobank-Dividende

„Wir können und wollen, aber wir müssen auch dürfen“»

Frauengesundheit

Wechseljahresbeschwerden: Bayer kauft Kandy»
Politik

Neun Treffen, keine Lösung

BMG äußert sich zu Apothekenfragen»

LAK Hessen

Apothekerin steigt in Geschäftsführung auf»

Feldmeier soll neuer BPI-Chef werden

BPI und Desitin: Zentgraf übergibt an Apotheker»
Internationales

Notbevorratung durch Unternehmen und Regierung

Brexit: UK bunkert Arzneimittel für den Ernstfall»

Kooperation

GlaxoSmithKline steigt bei Curevac ein»

Walgreens Boots Alliance

Wegen Corona: Pessina streicht 4000 Stellen»
Pharmazie

Hohe Sensitivität und Spezifität

KI soll Darmkrebs diagnostizieren»

Arzneimittelrückrufe

Nitrosamine in Arzneimitteln: Mögliche Ursachen identifiziert»

Rückruf

Minirin: Emra folgt Kohlpharma»
Panorama

Corona-Maßnahmen

Maskenpflicht: Kunde verletzt Polizisten»

Automatische Formatierung

Wegen Excel: Forscher benennen Gene um»

Durchsuchung der Deutschlandzentrale

Polizeieinsatz: Anschlagsdrohung gegen Novartis»
Apothekenpraxis

Brief an Spahn und Spahn

Apotheker retaxiert Retax»

Kasse nimmt Apotheke in die Pflicht

Beschaffungskosten: Apotheker muss für Patienten geradestehen»

Änderung im Rahmenvertrag

Lieferengpässe: Keine Mehrkosten für Versicherte»
PTA Live

Apotheken gegen häusliche Gewalt

„Maske 19“: Codewort am HV soll bundesweit helfen»

Apothekenpflichtige Fertigarzneimittel

Blutegel in der Dokumentation»

Notfallkontrazeptiva bei GZSZ

Pille danach: „Hormonüberdosis für Schlampen“?»
Erkältungs-Tipps

OP-Maske, FFP und KN95

Wie schützt eine Mund-Nasen-Bedeckung vor Infekten?»

Immunsystem stärken, Hygiene beachten

Fünf Tipps zur Erkältungsvorbeugung»

Verbreitung von Krankheitserregern

Tipps zur Vermeidung von Schmier- und Tröpfcheninfektionen»
Magen-Darm & Co.

Haferschleim, Zwieback & Banane

Schonkost: Leicht verdaulich & gut verträglich»

Pflanzlich oder Probiotisch

Fresh-Up: Reizdarmsyndrom»

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Colitis ulcerosa: Wenn der Dickdarm erkrankt»
Kinderwunsch, Schwangerschaft & Stillzeit

Nach der Geburt

10 Tipps für die Rückbildung»

Aktivität

Laufen in der Schwangerschaft»

Ernährung, Sport und Vitamine

Schwanger zu werden, ist nicht nur Frauensache»
Medizinisches Cannabis

Wie setzt sich der Abgabepreis zusammen?

Cannabis-Rezept: Taxierung»

Interview mit Michael Becker

Cannabis-Prüftipps vom Pharmazierat»

Teil 2: Belieferung & Dokumentation

How to: Cannabisrezept»
HAUTsache gesund und schön

Ein besonderer Bereich des Gesichts 

Augenpflege: Sanft und feuchtigkeitsspendend»

Gefahren bei falscher Pflege

Wimpern und Augenbrauen: Schützende Sensibelchen»

Isotretinoin, MTX & Co.

Hautpflege bei bestimmter Medikation»