Legalisierung light

Italiens versehentlicher Cannabis-Boom

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Rom -

Ein Einmachglas mit Marihuana – darüber die Worte „Jetzt darfst du“ – ziert ein Werbeplakat der Firma Easy Joint nur wenige Meter neben dem Pantheon in Rom. Mit dem Verkauf von „Cannabis Light“-Produkten machte das italienische Unternehmen nach eigenen Angaben mehr als zwei Millionen Euro Jahresumsatz. Nur: Der Genuss von Cannabis ist in Italien auch weiterhin verboten.

„Wir sind eher eine institutionelle Provokation als ein unternehmerisches Vorhaben“, sagt Firmengründer Luca Marola, lautstarker Befürworter einer Legalisierung von Cannabis. „Wir wollen das an die Öffentlichkeit bringen.“

Die Idee kam ihm durch ein Hanf-Gesetz. 2016 regelte Italien den Anbau und Verkauf der traditionellen Nutzpflanze, deren lateinischer Name Cannabis lautet. Erlaubt sind dort allerdings nur Sorten, die eine sehr geringe Menge des berauschenden Wirkstoffs Tetrahydrocannabinol (THC) enthalten. Der Rest bleibt wie in Deutschland bis auf medizinische Ausnahmen verboten.

Marola entdeckte eine Lücke: In dem Gesetz steht nichts über die Blüten der Pflanze, die bei Cannabissorten getrocknet als Marihuana geraucht werden. Also nahm er an, dass Anbau und Verkauf von Hanfblüten ebenfalls erlaubt seien, und er begann, sie über Easy Joint zu vertreiben.

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