Nachtdienst-Experimente

Apothekencola erobert Österreich Eugenie Ankowitsch, 14.10.2017 08:29 Uhr

Berlin - In einem alten Arzneibuch fand der Salzburger Apotheker Simon Windhager das Rezept einer natürlichen Ur-Cola, die völlig ohne künstliche Zusatzstoffe auskommt. Inzwischen wird „Hoobert“, wie das Getränk heißt, österreichweit unter anderem in den Interspar-Filialen angeboten. Und der Apotheker will nach Deutschland expandieren.

Vanille und Zimt, Muskat und Limette, Orangen und Orangenschalen, Kaffee-Extrakt und natürlich Zucker: Für ein gutes Cola, sagt der Österreicher Simon Windhager, braucht man nicht viel. Es komme auf die richtige Mischung an. Der 36-Jährige ist allerdings kein Getränkehändler, sondern führt die Raphael-Apotheke in Salzburg. Dort im Labor ist auch sein „Hoobert – das Naturkola“ entstanden.

„Wenn ich im Nachtdienst auf Kunden warte, experimentiere ich gern mit alten Rezepturen“, erzählt der Apotheker. Rezepte findet er in alten Arzneibüchern, die er von seinem Großvater oder von Flohmärkten hat. „Dass mein Herz für alte Rezepturen schlägt, liegt vermutlich daran, dass ich, bevor ich die Pharmazie in Angriff nahm, Geschichte und Archäologie studierte“, sagt er.

Während eines solchen langweiligen Nachtdienstes ist Windhager auf ein Rezept in einem Arzneibuch aus dem Jahr 1859 gestoßen. Mit „Soda gegen Kopfschmerzen“ war die Rezeptur überschrieben. „Als ich mir die Zutatenliste angeschaut habe, ahnte ich, dass es sich um Cola handelt“, erinnert sich der Apotheker. Verwunderlich ist es nicht. Das Cola-Brauen hat in der Apothekerzunft ohnehin Tradition. Erst haben Apotheker dafür gesorgt, dass Sprudel ins Wasser kommt. Dann haben sie Geschmack beigefügt. So sei auch Cola entstanden, berichtet Windhaer. Einst als Mittel gegen Kopfschmerzen mit echtem Kokain. Davon fehlt heute selbstverständlich jede Sp

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