E-Rezept: Apotheken müssen Beleg für Wunscharzneimittel drucken

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Berlin - Durch die Einführung des E-Rezepts wird sich in den Apotheken die Abgabe von Wunscharzneimitteln ändern. Das geht aus der der Änderungsvereinbarung zum Rahmenvertrag hervor, die der Deutsche Apothekerverband (DAV) seinen Mitgliedsorganisationen zur Abstimmung vorgelegt hat.

Will ein Versicherter ein Wunscharzneimittel, erhält er bisher eine Kopie seines Rezepts zur Vorlage bei seiner Krankenkasse in die Hand, die Apotheke behält das Original ein. Zeigt der Versicherte künftig nur einen QR-Code vor, geht das logischerweise nicht mehr. „Im Rahmen des Wunscharzneimittels […] sind weitergehende Anpassungen im Falle elektronischer Verordnungen notwendig geworden“, heißt es deshalb in der Beschlussvorlage, die der DAV am Donnerstag an seine Mitgliedsorganisationen verschickt hat.

Demnach sollen Apotheken künftig bei E-Rezepten einen eigenen Ausdruck anfertigen, der mindestens folgende Angaben enthält:

  • den Hinweis, dass es sich um die Abgabe eines Wunscharzneimittels handelt
  • die Rezept-ID aus der Telematikinfrastruktur (TI)
  • den Namen des Versicherten
  • das verordnete Arzneimittel mit PZN, Klarnamen (Langname, Menge, Einheit, Darreichungsform und Anbieter) sowie der Apothekenverkaufspreis und Angabe autidem (ja/nein)
  • das abgegebene Arzneimittel entsprechend Abgabedatensatz mit Pharmazentralnummer, Klarnamen (Langnamen, Menge, Einheit, Darreichungsform und Anbieter) sowie der Apothekenverkaufspreis
  • das Erstellungsdatum der vom Fachdienst E-Rezept erzeugten Quittung

Weitere Vorgaben – etwa zur formalen Gestaltung des Ausdrucks – werden in der Änderungsvereinbarung nicht gemacht. Außerdem ändert sich das Apothekenvokabular: Wegen der Einführung des E-Rezepts wird im Rahmenvertrag der Begriff des „Dispensierdatensatzes“ durchgängig durch „Abgabedatensatz“ ersetzt.

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