„Die meisten Apothekenkunden greifen zum Telefon“

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Berlin -

Nicht nur wegen der Folgen der Pandemie konkurrieren Vor-Ort-Apotheken immer mehr mit Versandhändlern. Der Botendienst wird für Apotheken spätestens mit der Einführung des E-Rezepts immer wichtiger – bereits jetzt bieten viele Betriebe regionale Lösungen für ihre Kundschaft an. Die Flensburger Nikolai-Apotheke ist seit drei Jahren auch „online“ für die Kund:innen da. Die Nachfrage steigt.

Der Botendienst wurde in vielen Apotheken in den vergangenen Monaten angesichts der steigenden Nachfrage ausgebaut. Neue Wagen wurden angeschafft und neue Fahrer eingestellt. Wegen der Abstandsregeln und der Lockdowns trauten sich weniger Kund:innen in die Offizin. „Durch Corona haben die Bestellungen über den Online-Shop ordentlich zugenommen“, sagt Apothekerin Christina Tiegl. Sie leitet die Nikolai-Apotheke in Flensburg, eine Filiale der Friedheim-Apotheke. Wie in vielen anderen Betrieben richtet sich ihr Webshop vor allem an ein Publikum aus der Region. „Er wird von ortsansässigen Kunden genutzt.“

Seit drei Jahren bieten Friedheim-Apotheke und Nikolai-Apotheke einen Internetshop an. Über die Website können Bestellungen getätigt werden. Noch hielten sich die Online-Aufträge in Grenzen, sagt Tiegl. „Die meisten greifen zum Telefon. Wir wollen aber im Zuge des E-Rezepts die Möglichkeit der Internetbestellung anbieten.“ Auch wenn vor allem junge Kund:innen das Angebot nutzten, probierten es auch Senior:innen aus.

Für Tiegl ist es wichtig, dass die Apotheke den Service anbietet. „Wir müssen mit allen Möglichkeiten versuchen, Präsenz zu zeigen.“ Deshalb unterstütze sie auch die Plattform Gesund.de. Zudem werde regelmäßig für den Webshop geworben – im Internet, in Zeitungsanzeigen oder auf dem Botenfahrzeug. „Online bestellt – von lokal geliefert“, heißt es in der Annonce. Kunden erhalten aktuell 10 Prozent Rabatt, wenn sie im Internetshop einkaufen. Aktuell mache dieser Bereich etwa 5 Prozent der Bestellungen aus. Auch im eigenen Prospekt – eine Mischung aus Ratgeberartikeln und Angeboten – wird für den Webshop geworben.

Noch werden keine Pakete im großen Maßstab verschickt, der Botendienst übernimmt die Auslieferungen. Die Bestellungen sind in der Regel noch am selbenTag verfügbar. Beim Webshop arbeitet die Apotheke mit Curacado zusammen. In ausgewählte Postleitzahlgebiete erfolgt die Lieferung bei einem Mindestbestellwert von 9,95 Euro kostenfrei. Sonst wird eine Gebühr von 2,95 Euro fällig.

Um eine schnelle Verfügbarkeit zu gewährleisten, wurde bereits vor Jahren in einen Umbau investiert. 2011 erhielt die Hauptapotheke einen Kommissionierautomaten, 2014 wurde die Filiale neu eingerichtet. Der Umbau habe für eine noch größere Verfügbarkeit der Medikamente gesorgt und Wartezeiten vermindert. Rund 40.000 Packungen seien direkt vor Ort, so dass die gewünschten Medikamente in der Regel sofort ohne Bestellungen mitgenommen werden könnten.

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