Verlauf und Prognose von Covid-19

Covid-19: Gefährlicher bei Vitamin-D-Mangel? APOTHEKE ADHOC, 13.07.2020 14:27 Uhr

Verlauf durch Vitamin D beeinflusst

Das Vitamin ist an zahlreichen Prozessen im Körper beteiligt, unter anderem an der Regulierung von Immunsystem und Entzündungsprozessen. Daher könnte auch der Verlauf der Erkrankung durch den Vitamin-D-Spiegel beeinflusst werden. Desweiteren reguliert es das sogenannte Renin-Angiotensin-System (RAS): Dieses ist vor allem für die Steuerung des Blutdrucks wichtig. Kommt es zu einer Infektion, sorgt Vitamin D dafür, dass die Systeme nicht aus dem Ruder laufen. „Da das Coronavirus eine wichtige Schaltstelle dieser Regelkreise befällt, halten sich pro-entzündliche und anti-entzündliche Prozesse nicht mehr die Waage“, erklärt Biesalski. „Das System gerät durcheinander. Und zwar besonders dann, wenn gleichzeitig ein Vitamin-D-Mangel besteht.“ Die Balance zwischen pro- und anti-entzündlichen Prozessen verschiebe sich zugunsten der pro-entzündlichen, die dann richtig Fahrt aufnehmen würden. „Die Folge sind gravierende Veränderungen in den Lungenbläschen, die zu einer schweren Komplikation der Covid-19-Erkrankung führen, dem sogenannten Akuten Atemnotsyndrom.“

Eine Überwachung des Vitamin-D-Spiegels sei bei Verdacht auf eine Infektion mit Sars-CoV-2 daher sehr wichtig. Ein eventuelles Defizit solle dem Experten zufolge zügig behoben werden. „Besonders für Menschen mit einer der Grunderkrankungen oder für ältere Menschen ist dies empfehlenswert. Bei Menschen in Seniorenheimen ist der Vitamin-D-Spiegel oft verheerend niedrig. In Zeiten des Homeoffice halten sich viele Leute längere Zeit in geschlossenen Räumen auf, was auch zu einer schlechten Vitamin D Versorgung beiträgt.“ Biesalski verweist jedoch darauf, dass Vitamin D kein Medikament zur Heilung von Covid-19 darstelle. Man könne jedoch den Verlauf der Erkrankung insgesamt positiv beeinflussen, indem die Balance zwischen den pro- und anti-entzündlichen Prozessen wiederhergestellt werde.

Nicht „auf gut Glück“ supplementieren

Um eine optimale Versorgung zu erreichen, sei die Aufnahme über die Nahrung nicht ausreichend. „Reich an Vitamin D sind vor allem fetter Fisch und sonnengetrocknete Pilze. Doch das reicht nicht aus, und in Deutschland sind – im Gegensatz zu vielen anderen Ländern – Lebensmittel nicht angereichert.“ Dennoch empfiehlt er nicht, „auf gut Glück Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen“: Im Zweifelsfall sei das zu wenig, um einen wirklich schlechten Vitamin-D-Status kurzfristig zu verbessern. „Prophylaktisch sollte man sich aber viel im Freien aufhalten, auf die Ernährung achten – und spätestens bei Verdacht auf eine Infektion den Hausarzt bitten, den Vitamin-D-Spiegel zu prüfen.“

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