Keine Hilfe bei Kontaktverfolgung

Luca-App: Zum Abschuss freigegeben

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Berlin -

Wie geht es weiter mit der Luca-App? Kurz vor der Entscheidung über die Zukunft der Software stellen sich viele gegen eine Weiterverwendung. Wird sich Gesundheitsminister Lucha ausloggen?

Kritiker, Betreiber und Gesundheitsämter sehen die Luca-App in weiten Teilen als überflüssig zur Kontaktverfolgung von Corona-Ausbrüchen an. Das ergab am Montag ein öffentlicher Austausch der Landesregierung mit Vertretern von Gesundheitsämtern, Softwareentwicklern sowie Experten des Chaos Computer Clubs und des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga).
Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) sagte, man werde alle Hinweise mitnehmen und darüber beraten. Es brauche weiterhin eine klare Dokumentation, wer geschützt und geimpft sei - und eine zweite Sicherheitsstufe, wenn etwas schief laufe. Unter anderem wurde diskutiert, ob die Corona-Warn-App diese Funktion übernehmen kann.

Für viele Gesundheitsämter im Südwesten ist die Luca-App nach eigenen Angaben keine große Hilfe bei der Nachverfolgung von Corona-Ausbrüchen. Eine Umfrage, an der sich 34 von 38 Gesundheitsämtern beteiligten, habe ein heterogenes Bild abgegeben, sagte Gesundheitsminister Lucha. Ein Viertel der Ämter habe keine Aussage zur App gemacht. Von den restlichen Ämtern habe die Hälfte angegeben, dass die App die Kontaktverfolgung im Vergleich zur Zettelwirtschaft erleichtere. Die andere Hälfte gab jedoch an, dass die App keine oder kaum Erleichterung bringe.

Die Luca-App soll Restaurantbesitzern und Event-Veranstaltern eigentlich helfen, die gesetzlich vorgeschriebene Erfassung der Kontakte der Besucher ohne Zettelwirtschaft zu erledigen. Sie kann direkt mit den Gesundheitsämtern verbunden werden. Derzeit wird aber in fast allen Bundesländern mit einer Lizenz beraten, ob der Vertrag mit den Betreibern der Software verlängert werden soll oder nicht.

Vertreter von Gesundheitsämtern kritisierten in der Runde, dass man sich am Eingang von Restaurants, Freizeitparks oder Kaufhäusern meist nur über einen einzelnen QR-Code anmelden könne. Außerdem vergäßen viele Menschen, sich auch wieder abzumelden. Das Ergebnis seien lange Listen mit Hunderten Kontaktpersonen. Diese abzuarbeiten sei mühsam und oft wenig ertragreich. Die Ämter forderten eine digitale Lösung, bei der die räumliche und zeitliche Nähe zu einem infizierten Besucher schneller und klarer erfasst werden könne.

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