Ungenutzte Luca-App kostete Millionen | APOTHEKE ADHOC
Wenig erfolgreiche Kontaktnachverfolgung

Ungenutzte Luca-App kostete Millionen

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Berlin -

Bedenken zur Luca-App wurden früh geäußert. Trotzdem kam sie in fast allen Bundesländern zum Einsatz. In der Corona-Pandemie sollte sie eigentlich helfen, Kontakte zu Infizierten einfacher nachzuverfolgen. Kurz nach Einführung wurde jedoch Kritik zu erhobenen Daten laut. Zudem habe die App Millionen gekostet.

In Brandenburg soll die App nur ein einziges Mal tatsächlich erfolgreich genutzt worden sein. Dies teilte die Landesdatenschutzbeauftragte Dagmar Hartge am Mittwoch im Innenausschuss des Brandenburger Landtags mit. Trotz der vielen Kritik zu Sicherheitslücken wurde die App in vielen Bundesländern eingesetzt. Anders als bei der Corona-Warn-App wurden erhobene Daten der Luca-App zentral gespeichert. Dies öffnete Türen für Daten-Missbrauch.

Laut einer Umfrage des ZDF riefen Polizei und Staatsanwaltschaft in mehreren Fällen Daten der Kontaktlisten aus der App ab, um Straftaten zu ermitteln. Zudem wurden mehrere IT-Konzeptfehler aufgedeckt, wonach sich Eingaben in der App leicht manipulieren ließen. Laut Hartge habe die App das Land wohlgemerkt mehr als eine Million Euro gekostet. Sie sei sehr dankbar, dass der Vertrag zur Luca-App nicht verlängert wurde.

Hamburg kündigte erst spät den Vertrag

Auch die Hanse-Stadt Hamburg hat sich mit dem Vertrag in hohe Kosten gestürzt und in den vergangenen neun Monaten knapp 36.000 Euro ausgegeben laut einem Bericht der „Bild“ unter Berufung auf Angaben der Finanzbehörde. Demnach wurden trotz ruhendem Vertrag mit der Entwicklerfirma der Corona-App monatlich knapp 4000 Euro brutto fällig. An der App war auch der Hip-Hopper Smudo von den Fantastischen Vier beteiligt.

Anfang Februar vergangenen Jahres wurde die Pflicht zur Kontaktdatenerhebung in Hamburg aufgehoben. Der Vertrag wurde jedoch nicht gekündigt: „Im Frühjahr 2022 haben alle beteiligten Behörden gemeinsam entschieden, dass die Lage noch zu unübersichtlich sei, um den Vertrag endgültig zu kündigen“, so Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) gegenüber der „Bild“. „Um im Notfall schnell reagieren zu können, wurde der Vertrag mit Luca ruhend gestellt.“ Erst im Herbst habe man sich dann endgültig zur Kündigung zum 31. Dezember entschieden.

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