mRNA-Technologie

Lebenswerk: Mutter des COVID Impfstoffs ausgezeichnet

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Berlin -

Es ist wohl etwas Einzigartiges, die Idee für die Entwicklung des Elixier einer Generation zu haben. Das Europäische Patentamt hat die Biochemikerin Katalin Karikó für ihr Lebenswerk als Wegbereiterin des Covid-19-Impfstoffs ausgezeichnet.

Die 1955 in Ungarn geborene Forscherin, die nach Stationen in ihrem Heimatland und den USA inzwischen bei der Firma Biontech in Deutschland arbeitet, erhielt am Dienstag den europäischen Erfinderpreis „für ihre bahnbrechenden Arbeiten zur Entwicklung modifizierter Boten-RNA (mRNA) für Impfstoffe und medizinische Therapien“, wie das EPA mitteilte.

Idee mit Weitsicht

Ihre Arbeit habe „nicht nur den Weg für die erfolgreichsten mRNA-basierten Covid-19-Impfstoffe“ geebnet, sondern auch die Tür zu neuen Therapien für viele andere Krankheiten und Leiden geöffnet, betonte das EPA. So gebe es Bestrebungen, therapeutische Impfstoffe für verschiedene Krebsarten sowie Behandlungen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Stoffwechselstörungen zu entwickeln. Karikós Forschungslaufbahn ist geprägt von ihrem Engagement, das Potenzial des mRNA-Moleküls
medizinisch zu nutzen.

Den medizinischen Durchbruch erzielte Karikó, als sie 2013 zu BioNTech nach Deutschland ging.
BioNTech führte zu diesem Zeitpunkt eine klinische Studie mit mRNA durch und das Unternehmen wurde
von ihr überzeugt, nukleosidmodifizierte mRNA einzusetzen. Außerdem konnte sie einen Vertrag mit
Sanofi abschließen, um die modifizierte mRNA weiterzuentwickeln, so dass diese direkt in Tumore
injiziert werden kann, um krebsspezifische Immunreaktionen zu fördern. Parallel arbeitete sie mit
Pfizer an einem mRNA-basierten Grippeimpfstoff, als Ende 2019 die ersten Nachrichten über COVID-19
bekannt wurden.

BioNTech wechselte daraufhin umgehend von der Grippe zu COVID-19, indem es den Impfstoff an die
genetische Sequenz des neuartigen Coronavirus anpasste - und kam zügig in die Testphase zur
Einführung mit Pfizer. Ein anderer, nukleosidmodifizierter mRNA-basierter COVID-19-Impfstoff des
US-Unternehmens Moderna, der etwa zur gleichen Zeit zugelassen wurde, basiert ebenfalls auf der
Technologie von Karikó and Weissman.

Birgt Potenzial für neue Perspektiven

„Dank ihrer Vision, dass mit dem mRNA-Molekül ein signifikanter medizinischer Nutzen erzielt werden könnte, hat Katalin Karikó eine Wirkung erzeugt, die weit über den inzwischen gut dokumentierten medizinischen Erfolg hinausgeht“, sagt EPA-Präsident António Campinos. „Ihr Engagement für die Wissenschaft und ihre Beharrlichkeit gepaart mit der innovativen Qualität ihrer Forschung haben der Welt eine bahnbrechende Innovation gebracht, die im Kampf gegen einige der schlimmsten medizinischen Bedrohungen der Menschheit das Potenzial für ganz neue Perspektiven birgt.“

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