Intensivmediziner: „Extreme Disziplin“ bei Öffnungen nötig

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Berlin - Aktuell sei die Situation auf den Intensivstationen beherrschbar, berichten Intensivmediziner. Dieses kurze Durchatmen wird für aufgeschobene Operationen genutzt. Doch kurz vor den geplanten Lockerungen warnen die Mediziner vor gravierenden Auswirkungen – auch mit Hinblick auf die aktuell grassierenden Mutationen.

Der Intensivmediziner Christian Karagiannidis hat zur Vorsicht bei der Lockerung der Corona-Bestimmungen gewarnt. Die Intensivmediziner treibe die große Sorge um, „dass uns diese britische Mutante um die Ohren fliegt“, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN) am Mittwoch im WDR. „Wir können sicherlich zu einem gewissen Grad selbst sowas wie Läden eröffnen, aber was wir brauchen, ist eine extreme Disziplin.“

Wichtig sei, dass Masken getragen würden, am besten medizinische Masken, und dies müsse von den Geschäften auch richtig kontrolliert werden. „Was man merkt, ist, dass wir eine Lockdown-Effektivität hatten jetzt nach Weihnachten, die ungefähr nur halb so gut war wie die im Frühjahr“, sagte Karagiannidis. Durch die britische Mutante drohe man derzeit wieder in ein exponentielles Wachstum hineinzukommen, und das müsse unbedingt verhindert werden, um eine Überlastung der Intensivstationen zu vermeiden.

Aktuell sind diese in keinem Bundesland überlastet. Zwischen 10 und 25 Prozent der Betten sind frei. Damit dieser Puffer bestehen bleibt plädierten die Intensivmediziner für einen verlängerten Lockdown von wenigen Wochen. Drei Wochen mehr Disziplin seien entscheidend, um durch Impfungen eine schwer bis nicht mehr kontrollierbare dritte Welle zu vermeiden, sagte Gernot Marx, Präsident der Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) vergangene Woche.

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