FFP-Masken auf Rezept: Welche Kasse zahlt?

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Berlin - Mund- und Nasenschutz ist seit einigen Wochen Pflicht, doch für viele Patienten sind solche Masken überlebenswichtig. Während einer Chemotherapie oder nach einer Organtransplantation besteht für die Betroffenen eine erhöhtes Infektionsrisiko – Menschen mit geschwächtem Immunsystem gehören zur Risikogruppe für Covid-19. In der Apotheke laufen immer wieder Rezepte über FFP-Masken auf. Aber werden diese von den Kassen überhaupt erstattet?

In Deutschland herrscht Maskenpflicht. Beim Einkaufen oder im öffentlichen Personenverkehr müssen Mund und Nase bedeckt sein. Schon das Tragen eines Schals oder einer selbstgenähten Maske entspricht den Vorgaben. Doch die DIY-Varianten dienen in erster Linie als Fremdschutz und als Barriere für Tröpfchen, die beim Sprechen, Husten oder Niesen ausgestoßen werden. Einen Schutz für den Träger bieten die Stoffmasken nicht. Wer sich selbst schützen will, sollte eine FFP-Maske tragen – so auch Personen nach einer Organtransplantation.

AOK: Keine Maske auf Rezept

Die filtrierenden Halbmasken schützen den Träger vor festen und flüssigen Aerosolen und sind Gegenstände der persönlichen Schutzausrüstung im Rahmen des Arbeitsschutzes. „Im Grundsatz sind Atemschutzmasken nicht auf ‚Muster 16‘ (Kassenrezept) verordnungsfähig“, teilt eine Sprecherin der AOK Plus mit. Ausnahmen für bestimmte Erkrankungen wie beispielsweise nach einer Organtransplantation gebe es nicht.

Das bestätigt ein Sprecher des AOK-Bundesverbandes: „Schutzmasken stellen keine Hilfsmittel dar, die zulasten der Gesetzlichen Krankenversicherung abgegeben werden können. Die Anspruchsvoraussetzungen, den Erfolg der Krankenbehandlung zu sichern, einer drohenden Behinderung vorzubeugen oder eine Behinderung auszugleichen, werden nicht erfüllt.“ Er verweist auf § 33 Absatz 1 Satz 1 Sozialgesetzbuch (SGB V) und erklärt, dass Schutzmasken der allgemeinen Gesundheitsvorsorge dienen und nicht dazu, die Verschlimmerung einer konkret vorliegenden Krankheit zu verhüten beziehungsweise den Erfolg einer solchen zu sichern. „Ungeachtet dessen wird nicht der Träger der Schutzmaske, das heißt der oder die Versicherte selbst vor einer Covid-19-Erkrankung geschützt, also die anspruchsberechtigte Person, sondern eine dritte Person.“

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