Corona/Grippe: Hausärzt:innen wollen simultan impfen

, Uhr

Berlin - Der Deutsche Hausärzteverband steht einer gleichzeitigen Impfung gegen Corona und Grippe an einem Termin offen gegenüber. „Aus hausärztlicher Sicht sprechen zwei klare Vorteile dafür, die Corona- wie die Influenzaimpfung möglichst zeitgleich zu verabreichen“, sagte der Bundesvorsitzende Ulrich Weigeldt.

„Zum einen bestünde andernfalls die Gefahr, dass manche Patientinnen und Patienten nur eine der beiden Impfungen wahrnehmen.“ Denn sie wollten eher nicht zu mehreren Impfterminen hintereinander erscheinen. „Außerdem wäre es aus organisatorischer Sicht einfacher und würde gleichzeitig das mögliche Ansteckungsrisiko durch die Vermeidung eines zusätzlichen Impftermins reduzieren“, ergänzte Weigeldt.

Eine Doppel-Impfung hatte jüngst auch Professor Dr. Thomas Mertens, Chef der Ständigen Impfkommission (Stiko), in einem MDR-Interview für unbedenklich gehalten. Sein Verband begrüße diese Einschätzung zur parallelen Impfung auf Grundlage der aktuellen Daten, ergänzte Weigeldt.

Einzelne Hausärzte sehen das aber durchaus anders. Sie impfen als Vorsichtsmaßnahme weiterhin mit 14 Tagen Abstand gegen Grippe und Corona. Eine generelle Stiko-Empfehlung zum Vorgehen soll es nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) noch im September geben. Ein Entwurf wurde bereits ins Stellungnahmeverfahren gegeben.

Auch wenn die vergangene Influenza-Saison wegen der Corona-Schutzmaßnahmen wie Maskentragen und Lockdown nahezu ausgefallen ist, rät die Stiko Risikogruppen zum Influenzaschutz. Insbesondere für ältere und chronisch kranke Menschen kann eine schwere Grippe zu Komplikationen bis hin zu Klinikaufenthalten und Tod führen.

Zusammen mit Corona kann sich die Gefahr potenzieren. Die Weltgesundheitsorganisation gibt sich optimistisch, dass der Grippe-Impfstoff trotz der schmalen Datenbasis aus der vergangenen Saison treffsicher ist. Influenza-Impfstoffe für die Nordhalbkugel werden immer bereits ab Februar mit Blick auf zirkulierende Virustypen in der zurückliegenden Saison vorproduziert. Als günstiges Zeitfenster fürs Impfen gilt Anfang Oktober bis Mitte Dezember.

Bleiben Sie auf dem aktuellsten Stand und abonnieren Sie den Newsletter von APOTHEKE ADHOC.

 

Lesen Sie auch

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr zum Thema
Keine Strafen bis Ende 2022
E-Rezept: Ärzte wollen Galgenfrist »
Statistik der Kassenärzt:innen
Weniger Praxen rechnen Videosprechstunden ab »
Mehr aus Ressort
US-Staatsanwälte schreiben an Zuckerberg
Facebooks Umgang mit Impfgegnern »
Weiteres
US-Staatsanwälte schreiben an Zuckerberg
Facebooks Umgang mit Impfgegnern»
Nur noch eine Rezeptur pro Verordnung
Platzmangel durch Hash-Code und Z-Daten»
Dosierungsangabe
Achtung Retax: >>2x»