Corona-Tests in Apotheken: Das ist bei der Versicherung zu beachten

, Uhr

Berlin - Das Aufgabenspektrum der Apotheken hat sich in den vergangenen Monaten spürbar erweitert, in all dem Trubel sollten Inhaber eines nicht vergessen: Das Ganze muss auch ausreichend versichert sein. Aktuellstes Beispiel sind Sars-CoV-2-Schnelltests. Noch bis Mitte Dezember war der Stand, dass Apotheken die aufgrund des ärztlichen Vorbehalts gar nicht durchführen dürfen – plötzlich durften sie es doch und es ging direkt los. Doch was heißt das für den Versicherungsschutz, wenn so ein neues Tätigkeitsfeld aufgenommen wird?

Der Start von Schnelltests in Apotheken war so holprig wie einige gesundheitspolitische Initiativen in letzter Zeit: Im November hatte die Bundesregierung mit dem Dritten Bevölkerungsschutzgesetz das Infektionsschutzgesetz modifiziert. Seitdem gilt der Arztvorbehalt nicht mehr für die Anwendung von In-Vitro-Diagnostika, die für patientennahe Schnelltests bei Testung auf HIV, Hepatitis-C-Virus, SARS-CoV-) und Treponema pallidum verwendet werden – und damit auch nicht für Sars-CoV-2-PoC-Antigentests. Das Bundesgesundheitsministerium hatte bereits seit Längerem die Rechtsauffassung vertreten, dass durch die Reform auch Pharmazeuten berechtigt sind, Schnelltests durchführen – doch die Abda widersprach und ruderte erst am 21. Dezember zurück. Nun, da Einigkeit herrscht, legen zahlreiche Apotheken bereits los.

„Grundsätzlich kann jeder Apotheker die Tests durchführen, der dazu fachlich und organisatorisch in der Lage ist und geeignete Räumlichkeiten zur Verfügung hat“, erklärt Rechtsanwalt Jascha Arif. Dabei müsse allerdings gewährleistet sein, dass für diese Tätigkeitserweiterung auch Versicherungsschutz beim Haftpflichtversicherer besteht: „Ohne Rücksprache mit dem Versicherer kann sich dieser auf Leistungsfreiheit nach § 26 Versicherungsvertragsgesetz (VVG) berufen oder eine Sonderkündigung nach § 24 VVG aussprechen. Die bloße Anzeige beim Versicherer reicht nicht aus.“ Stattdessen müsse eine „valide formulierte Deckungszusage“ eingeholt werden.

Dazu rät auch Apotheken-Absicherungsexperte Michael Jeinsen: „Sollte der Haftpflichtversicherer Ihnen das individuell schriftlich bestätigen, besteht Rechtssicherheit. Darauf sollte jeder Apothekeninhaber bestehen.“ Wichtig zu beachten: allgemeine Aussagen von Vermittlern, egal ob sie Angestellte des Versicherers oder externe Berater sind, reichen in diesem Fall nicht aus. „Aus Erfahrung rate ich, hierzu ausdrücklich auf einer kurzfristigen Bestätigung zu bestehen“, sagt auch Beate Bachthaler, Geschäftsführerin von PharmaAssec.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema

Mehr zum Thema

Arbeitsrechtlerin: Schnelltests nur Angebot, keine Pflicht
Testpflicht am Arbeitsplatz? »
Wann zahlt der Inhaber, wann die Versicherung
Schaden an Corona-Impfstoffen: Wer haftet? »
Weiteres
E-Rezepte für CallMyApo – und Shop-Apotheke
Zava knackt Millionenmarke»
„Kartenhersteller wahrscheinlich überfordert“
KBV: Komplizierte Signatur verhindert E-Rezept-Einführung»
Datenübermittlung für das E-Rezept
Apotheker sollen für Versender zahlen»
Hormone, Schwangerschaft & Co.
Dehnungsstreifen: Irreparable Hautschäden»
Ausschlag ohne eindeutige Ursache
Update: Dyshidrose»
Mehr Feuchtigkeit, stärkere Barriere
Ectoin in der Allergiepflege»

Copyright © 2007 - 2021, APOTHEKE ADHOC ist ein Dienst der EL PATO Medien GmbH / Pariser Platz 6A / 10117 Berlin Geschäftsführer: Patrick Hollstein, Thomas Bellartz / Amtsgericht Berlin Charlottenburg / HRB 204 379 B