Charité testet Antikörper-Therapie

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Berlin - Antikörper-Cocktails gegen Covid-19 erhielten viel Aufmerksamkeit, als der damalige US-Präsident Trump damit behandelt wurde. Jetzt hat die Charité eine Ambulanz eröffnet, in der solche Präparate verabreicht werden. Eine Option für Jedermann ist das aber nicht.

Corona-Infizierte mit bestimmten Risikofaktoren sollen an der Charité in Berlin ambulant mit Antikörper-Medikamenten vor einem schweren Covid-19-Verlauf bewahrt werden. Am 19. April habe die Antikörper-Ambulanz auf dem Campus in Mitte den Testbetrieb begonnen, sagte der stellvertretende Ärztliche Direktor der Charité, Joachim Seybold. „Wir rechnen mit einer hohen Nachfrage. Versorgt werden in der Ambulanz Menschen im frühen Stadium der Infektion, die die Therapie wegen Risikofaktoren am dringendsten brauchen.“

Eingesetzt werde unter anderem die Antikörper-Kombination von Regeneron (Casirivimab-Imdevimab), die auch bei der Corona-Infektion des damaligen US-Präsidenten Donald Trump eingesetzt worden war, schilderte Seybold. Einen Termin für die einmalige Infusionstherapie in der Ambulanz können nur die behandelnden Haus- oder Fachärzte vereinbaren, nicht Patienten selbst. Gedacht ist das Angebot etwa für Menschen mit Immunsuppression wegen Chemotherapie oder Organtransplantation, chronischen Nierenerkrankungen, Übergewicht (BMI von 35 und darüber), der chronischen Lungenerkrankung COPD, Lungenfibrose und für Menschen mit Down-Syndrom.

Eine Reihe weiterer Voraussetzungen muss erfüllt sein: Möglich ist die Therapie nur bei Erwachsenen, die maximal milde bis moderate Symptome aufweisen und dies seit nicht mehr als fünf Tagen. Ein mögliches Risiko ist eine allergische Reaktion auf die Antikörper. Besondere Vorsicht ist daher geboten bei Menschen, die schon einmal einen schweren allergischen Schock hatten.

Monoklonale Antikörper-Präparate haben in Europa noch keine Zulassung. Die Bundesregierung hatte Ende Januar mitgeteilt, 200.000 Dosen entsprechender Präparate für 400 Millionen Euro gekauft zu haben. Wie Seybold erklärte, werden die Präparate einer Reihe von Klinikapotheken kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Bisher werden die Mittel in Deutschland nach Entscheidung eines Arztes bereits in Einzelfällen bei Patienten eingesetzt, die ein Risiko für einen schweren Verlauf haben. Für die besonders schweren Covid-19-Fälle, die die Universitätsklinik stationär versorgt, sind die Antikörper keine Option, wie Seybold sagte. „Auch wenn ein Patient schon Luftnot hat, ist es für die Antikörperinfusion zu spät.“

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