Was bringt der zweite Booster?

4. Impfdosis: Geringe Schutzwirkung trotz steigender Titer

, Uhr
Berlin -

Für einige Patientengruppen wird in Israel die vierte Impfdosis bereits seit längerem erprobt. Vorherige Analysen konnten zwar zeigen, dass die Antikörper nach dem zweiten Booster insgesamt steigen, dennoch konnte die Dosis bislang nicht vollständig überzeugen. Nun zeigt eine neue Auswertung im „New England Journal of Medicine“ (NEMJ) erneut, dass der Schutz vor Infektionen und symptomatischen Erkrankungen mit der Omikron-Variante schwächer ausfällt als erhofft.

Israel gilt als Vorreiter der Corona-Impfungen. Als eines der ersten Länder kamen dort die dritte und vierte Impfdosis zum Einsatz. Im Zuge der aktuellen Auswertung wurden 154 Mitarbeiter:innen des Sheba Medical Center mit dem zweiten Biontech-Booster geimpft, 120 erhielten einen Booster mit Moderna.

Es zeigte sich auch diesmal, dass die Antikörpertiter nach der Impfung schnell wieder anstiegen: Bereits nach einer Woche konnte ein Anstieg verzeichnet werden, nach drei Wochen waren sie bis zu 10-fach gestiegen. In Bezug auf den Anstieg der Antikörpertiter kann die vierte Dosis also mit der dritten Dosis mithalten.

Neutralisationstest fallen schwach aus

Doch trotz der gestiegenen Werte ist die Schutzwirkung vor symptomatischen Erkrankungen und Infektionen mit der aktuellen Omikron-Variante gering. Dies geht aus Neutralisationstests hervor: Gegen Omikron betrug der neutralisierende Titer von Biontech nur 136,3 – gegen die Delta-Variante lag er bei 638,3 und gegenüber dem Wildtyp bei 1542,0. Auch beim Impfstoff von Moderna zeigten sich ähnliche Werte.

Impfstoffwirksamkeit überzeugt nicht

Die Ergebnisse der Laboruntersuchungen konnten auch in der Praxis beobachtet werden: Mehr als 18 Prozent der Biontech-Gruppe und fast 21 Prozent der Moderna-Gruppe infizierten sich trotz erneutem Booster mit Covid-19. In einer Vergleichsgruppe lag die Quote bei 25 Prozent.

Die Impfstoffwirksamkeit der vierten Dosis liegt damit gegen eine Infektion nur bei 30 Prozent (Biontech) beziehungsweise 11 Prozent (Moderna). In Bezug auf symptomatische Erkrankungen lag die Wirksamkeit bei 43 beziehungsweise 31 Prozent. Selbst bei milden Erkrankungsverläufen wiesen die Infizierten hohe Viruskonzentrationen in den Abstrichen auf und konnten das Virus somit weiterverbreiten.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Neuere Artikel zum Thema
Mehr aus Ressort
Eingeschränkte Bürgertests
BMG: Neue TestV gilt ab morgen »

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Medikament gege Hyperhidrose
Dr. Wolff: Axhidrox kommt ab August»
Nach 25 Jahren in den Ruhestand
Hammer verlässt P&G»
Reinhardt moniert „Honorarkürzung“
Sparpaket: Ärzte wollen verschont werden»
Sparpaket „falsch und unfair“
Abda: „Es gibt keine Effizienzreserven“»
Kritik an Eckpunktepapier
Kassen schimpfen auf Lauterbach»
„Ich weiß, dass das ein defizitäres Geschäft ist“
Apotheker übernimmt 3 Euro Testanteil»
Was wird aus Förderung für PoC-PCR-Geräte?
Neue TestV: Zwangspause für Apotheke»
Auf antibakterielle Wirkstoffe besser verzichten
Hautcremes können dem Mikrobiom schaden»
Erste Leitlinie für Diagnose & Behandlung
Vitiligo: Wenn der Haut die Pigmente fehlen»