Wieder- oder Neueröffnung?

Wegen drei Stufen: Behörde schließt Apotheke APOTHEKE ADHOC, 20.09.2018 13:36 Uhr

Berlin - „Liebe Kunden der Pelikan-Apotheke, wegen Eigentümerwechsels ist die Apotheke vorübergehend geschlossen.“ Dieser Aushang hängt bereits seit Anfang Juli an der Tür der fast 140 Jahre alten Apotheke in Düsseldorf. Aus der eigentlich zeitlich begrenzten droht aber nun eine endgültige Schließung zu werden. Denn laut einem Bericht der Rheinischen Post lehnt das Gesundheitsamt eine Wiedereröffnung der Apotheke wegen fehlender Barrierefreiheit ab.

Bis 2015 führte Dorothee Knell die Familienapotheke in vierter Generation. Dann hat sie sich entschieden, sich mehr auf ihre Kunst und das Privatleben in Bayern zu konzentrieren. Die Pelikan-Apotheke hat sie laut dem Bericht an einen Apotheker vermietet. Doch nur wenige Jahre später soll sie ihm wegen Zahlungsverzugs gekündigt haben. Mitte Juni wurde die Pelikan-Apotheke geschlossen.

Doch nun ist fraglich, ob die Apotheke überhaupt wiedereröffnet werden darf. Der Grund: Der Eingang der Apotheke ist nicht barrierefrei. Drei Stufen müssen die Kunden überwinden, um in die Offizin zu gelangen. Laut Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) soll sie jedoch barrierefrei zugänglich sein. Galt für die Pelikan-Apotheke bis zur verhängnisvollen Schließung Bestandsschutz, will die Behörde nun nichts davon hören.

Da nicht nahtlos von einem Apotheker an den nächsten übergeben wurde, werde eine erneute Inbetriebnahme als Neueröffnung eingestuft, wird das Gesundheitsamt von RP online zitiert. Das Klingelsystem vor Ort reiche nicht aus: Menschen, die in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt seien, müssten ohne Hilfestellung in die Räumlichkeiten gelangen können.

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