Existenzgründer-Analyse der Apobank

Um 20 Prozent: Übernahmepreise für Apotheken stürzen ab APOTHEKE ADHOC, 30.07.2020 15:04 Uhr

Berlin - Jahrelang stiegen die Preise für die Übernahme von Apotheken. 2019 hat sich der Trend umgekehrt. Nachdem die durchschnittlichen Übernahmepreise 2018 noch einmal deutlich gestiegen waren, purzelten sie im vergangenen Jahr: 2019 zahlten Existenzgründer für eine Apothekenübernahme mit 367.000 Euro um knapp 20 Prozent geringere Kaufpreise. Das zeigt die jüngste Analyse der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (Apobank).

Apotheker, die sich für die Selbständigkeit entscheiden oder Filialen gründen, übernehmen in der Regel bestehende Apotheken am Markt. Neugründungen sind selten, schreibt die Apobank. Dieser Trend zeige sich unverändert seit vielen Jahren. Für die Kaufpreise lasse sich nun eine interessante Entwicklung beobachten: Diese sind 2019 stark auf durchschnittlich 367.000 Euro gesunken, 2018 waren es noch 458.000 Euro. Das hat auch Auswirkungen auf die Gesamtinvestitionen: Nachdem sie jahrelang tendenziell gestiegen sind, waren sie 2019 deutlich rückläufig und lagen im Schnitt bei 516.000 Euro (2018: 598.000 Euro).

„Ob die Übernahmepreise sich in Zukunft auf niedrigerem Niveau einpendeln oder sogar noch weiter fallen, bleibt abzuwarten“, sagt Daniel Zehnich, Leiter des Bereichs Gesundheitsmärkte und Gesundheitspolitik bei der Apobank. „Insgesamt haben wir seit Jahren ein Überangebot an Apotheken. Vor allem viele kleine Offizinen haben gerade Schwierigkeiten, einen Nachfolger zu finden. Relevant für die Niederlassung sind ja auch immer die Rahmenbedingungen und die Perspektiven. Das Gesetz zur Stärkung der Vor-Ort-Apotheken steht beispielsweise noch aus, könnte aber Existenzgründern signalisieren, welche Möglichkeiten sie haben, um die Apothekenbetriebe künftig weiterzuentwickeln und die Gesundheitsversorgung mitzugestalten.“

Eine differenzierte Darstellung der Kaufpreise der letzten fünf Jahre zeigt laut Apobank, dass der Anteil der Apotheken im mittleren Preissegment tendenziell weiter zurückgeht. Die Apothekengründer fokussieren sich immer stärker entweder auf Apotheken mit kleineren Umsätzen zu Kaufpreisen unter 300.000 Euro oder auf große, sehr umsatzstarke Apotheken ab 600.000 Euro. Mit 21 Prozent sei die Übernahme von ganzen Apothekenverbünden nach wie vor eine beliebte Option.

Ähnlich wie bei der klassischen Übernahme einer Apotheke zeigt die Apobank-Analyse auch hier rückläufige Investitionssummen. So zahlten die Übernehmer im Durchschnitt für einen Apothekenverbund 1,03 Millionen Euro und damit deutlich weniger als in den beiden Jahren davor (2018: 1,32 Mio. Euro und 2017: 1,21 Mio. Euro). Zuzüglich der zu übernehmenden Warenlager und weiteren Investitionen in Umbaumaßnahmen, Geschäftsausstattung oder IT betrug das Gesamtvolumen 2019 hier durchschnittlich 1,33 Millionen Euro.

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