Konstrukt rechtlich zulässig?

Pro und Contra zum Noweda-Botendienst

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Die Sorge, die von der Abda im Vorfeld geäußert wurde, betrifft nach Douglas Einschätzung andere Sachverhalte: Zurecht solle verhindert werden, „dass Dritte sich möglicherweise nicht nur auf die Logistik im Anschluss des Besuchs des Patienten in der Apotheke beschränken, sondern bereits im Vorfeld versuchen, Arzneimittelbestellungen und insbesondere Verschreibungen ‚abzugreifen‘“. Dieses Risiko bestehe aber nicht, wenn dem Patienten nach einem Apothekenbesuch die nicht sofort verfügbaren Arzneimittel geliefert würden. „Die im Vorfeld geäußerte Kritik bezieht sich somit nicht auf das Angebot der Noweda“, glaubt Douglas. Einen Austausch mit den Abda-Juristen hab es allerdings im Vorfeld nicht gegeben.

Kammeranwalt Laut hat zwar auch noch keine Stellungnahme von den Berliner Kollegen gelesen, aus seiner Sicht aber aus einem anderen Grund: „Man will das Thema politisch abkochen.“ Auch Abda-Präsident Schmidt hatte bereits geäußert, dass jetzt die Politik gefordert sei. Laut zufolge wäre das Apotheken-Stärkungsgesetz (VOASG) eine gute Möglichkeit zur Klarstellung. Der Gesetzgeber könne bei der Gelegenheit auch das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts (BVerwG) zur Abgrenzung von Botendienst und Versandhandel behandeln. Das passe zum vorliegenden Noweda-Fall: „Die Konstruktion steht dem Versandhandel näher als dem Botendienst.

Der Noweda unterstellt Laut keine böse Absicht mit ihrem Angebot: „Aber gut gemeint ist manchmal eben das Gegenteil von gut gemacht. Vielleicht haben die nicht gewusst, was sie da für eine Bombe zünden“, so Laut, der damit der Auffassung Douglas‘ widerspricht, die Noweda sei mit der Abda-Kritik wohl gar nicht gemeint.

 

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