Rx-Versandverbot

Leserbrief: Zu Rx berät der Arzt Eugenie Ankowitsch, 20.09.2017 12:46 Uhr

Berlin - Anfang September hat die Rheinische Post einen Artikel veröffentlicht, in dem Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe unterstellt wurde, Apotheker regelrecht zu umwerben. Der Bericht traf offenbar den Nerv einiger Leser. Bernd M. Kl. Kummer aus Grevenbroich schrieb einen Leserbrief, der es in sich hat. Gröhe mache einen Kotau vor den Apothekern, kritisierte er auch im Gespräch mit APOTHEKE ADHOC.

„Minister Gröhe umwirbt die Apotheker“, titelte die Rheinische Post. In dem Bericht verspricht Gröhe den Apothekern, nach der Bundestagswahl einen neuen Anlauf für ein Rx-Versandverbot zu starten. Wie auch beim Apothekertag in Düsseldorf begründete er seinen Vorstoß in dem Bericht naturgemäß nicht damit, Apotheker-Pfründe sichern zu wollen. Das Verbot sei vor allem im Sinne der Versicherten. Er selbst sieht sich daher als einen Versicherten- und nicht als einen Apothekerminister.

Als Kummer den Bericht las, konnte er das so nicht auf sich sitzen lassen und schrieb einen Leserbrief an die Zeitung. „Hat das mit der Wahl zu tun, um der FDP die Apotheker-Stimmen abzujagen?“, fragte er darin. Mit dem Versandverbot von verschreibungspflichtigen Medikamenten werde Wettbewerb ausgeschaltet und ein „Naturschutzpark“ für Apotheker geschaffen.

Gröhes Aussage, man brauche mehr Beratung und diese leiste nicht der Postbote, erschließe sich keinem mit der Materie Vertrautem, so der RP-Leser. Seiner Auffassung nach sollten sowohl die Apotheker als auch der Gesundheitsminister wissen, dass hinter einem ausgestellten Rezept der jeweilige Arzt verantwortlich steht und den Patienten entsprechend beraten hat.

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