Gewinnspiel-Strafen gehen an Realität vorbei

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Berlin - Schulbeginn, Neueröffnung, Ostern: Zahlreiche Apotheken nutzen besondere Events für Gewinnspiele oder bieten spezielle Aktionen an, um Kunden an ihren Betrieb zu binden. Inhaber für das Eigenmarketing wegen der angeblichen Verletzung der Berufspflichten anzuklagen und mit Geldbußen zu bestrafen, ist realitätsfremd, Warum sollten sich „eingetragene Kaufmänner“ nicht auch wie Kaufleute verhalten? Ein Kommentar von Carolin Ciulli.

Natürlich sollten die Aktionen in Apotheken geschmackvoll und passend inszeniert werden – sie müssen ethisch stimmig sein. Immerhin sind die Betriebe keine Jahrmarktsbuden, sondern helfen Menschen mit teils ernsthaften Erkrankungen. Doch auch diese Kunden dürften sich über etwas Abwechslung und Spaß freuen. Die meisten Inhaber kennen ihre Kundschaft sehr gut und sind durchaus in der Lage, abzuschätzen, was wie ankommt. Gezwungen wird immerhin niemand, bei einem Gewinnspiel mitzumachen.

Apothekern kann man schon zutrauen, gleichzeitig Gewinnspiele anzubieten und ihren Beruf gewissenhaft auszuüben, dem ihnen entgegengebrachten Vertrauen zu entsprechen. Nur weil die öffentlichen rechtlichen Sender die Lotto-Zahlen präsentieren, wird ihnen doch auch kein Zuschauer unterstellen, nicht mehr vertrauenswürdig zu berichten.

Eine Kammer, die ihre Mitglieder deshalb juristisch angreift, agiert praxisfremd. Denn Wettbewerb unter Apotheken gibt es nun einmal. Pharmazeuten müssen sich heutzutage abgrenzen, um wirtschaftlich überleben zu können. Letztlich entscheidet der Kunde, in welcher Apotheke er sich am besten aufgehoben fühlt. Natürlich sollen die Kunden dadurch letztlich lieber in die eigene Apotheke kommen, als an einem anderen Standort ihre Medikamente oder Freiwahlprodukte abzuholen. Na und?

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APOTHEKE ADHOC Debatte

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