Verdacht auf Manipulation

Gefälschte Impfpässe: 1300 Verdachtsfälle in Bayern

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Berlin -

Bei Polizei und Staatsanwaltschaften in Bayern sind inzwischen rund 1300 Fälle bekannt, in denen der Verdacht auf Manipulation von Corona-Impfpässen besteht.

Die Palette reiche von gefälschten Impfpässen über falsche Stempel und Aufkleber bis hin zu Manipulationen um digitalisierte
Impf-Zertifikate, sagte eine Sprecherin des Landeskriminalamtes. Die Zahl entwickele sich sehr dynamisch.

Zuletzt waren immer wieder neue Fälle von Kriminalität rund um das Impfen bekanntgeworden. Die Wirtschaftswoche berichtete am Freitag, bundesweit lägen 3100 Ermittlungsverfahren vor. Einer der spektakulärsten Fälle spielt im Landkreis Donau-Ries, wo ein Hausarzt beschuldigt wird, Patienten Spritzen ohne Impfstoff gesetzt zu haben und Impfzertifikate ganz ohne Impfung ausgestellt zu haben. Bei einem anderen Fall soll eine PTA in einer Münchner Apotheke Impfzertifikate bei der Digitalisierung manipuliert und zu Hunderten im Darknet verkauft haben.

BKA erwartet mehr Delikte

Eine Übersicht über bundesweite Fallzahlen gibt es auf Anfrage beim Bundeskriminalamt (BKA) nicht. „Es wird weiterhin von einer Steigerung der Nachfrage von gefälschten Impfbüchern ausgegangen – unter anderem aufgrund der landesgesetzlichen Regelungen (2G beziehungsweise 3G) aber auch aufgrund der umfangreichen Berichterstattung in den Medien, durch welche viele Menschen auf dieses Phänomen erst aufmerksam geworden sind", sagte ein BKA-Sprecher. Ein entsprechender Anstieg der Angebote von gefälschten Impfbüchern sei vor diesem Hintergrund wahrscheinlich, könne zahlenmäßig jedoch nicht belegt werden.

Straftaten wie die Herstellung, der Handel oder die Nutzung von gefälschten Impfbüchern werden laut BKA grundsätzlich zunächst von den örtlich zuständigen Landespolizeidienststellen erfasst und bearbeitet. In Berlin etwa wurden Anfang November 169 Anzeigen gefälschter Impfhefte bearbeitet. Dabei geht es um den Verdacht der Urkundenfälschung.

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