Lübeck

Galgenfrist für „Kellerfenster-Apothekerin“ APOTHEKE ADHOC, 30.08.2018 14:57 Uhr

Berlin - In Lübeck hat eine Apothekerin die Betriebserlaubnis verloren, weil sie ihre PTA in der Apotheke unbeaufsichtigt gelassen hatte. Obwohl das Verwaltungsgericht ihren Antrag auf einstweiligen Rechtsschutz in der vergangenen Woche abgewiesen hat, ist die Apotheke nach wie vor geöffnet. Wie kann das sein?

In dem Eilverfahren hatte die Apothekerin beantragt, dass sie ihre Apotheke bis zur Entscheidung im Hauptsacheverfahren weiterführen darf. Dies lehnten die Richter ab mit der Begründung, dass der Schutz der Bevölkerung vor den privaten Interessen der Pharmazeutin Vorrang habe. Ihr bisheriges Verhalten lasse den Schluss zu, dass sie „von sich aus nicht den Anspruch an das rechtmäßige Führen einer Apotheke hat und diese auch in Zukunft nicht ordnungsgemäß betreiben wird“.

Die Apothekerin hat mittlerweile Beschwerde gegen den Beschluss eingelegt. Dennoch hätte die Apotheke bis zur Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts eigentlich geschlossen werden müssen. Warum werden am Standort trotzdem noch Medikamente abgegeben?

„Die sofortige Vollstreckung wurde bis zur Entscheidung über die Beschwerde ausgesetzt“, erklärt ein Sprecher des Sozialministeriums in Kiel. Hintergrund ist offenbar, dass die Apotheke zum 15. September verkauft werden soll. Der Ministeriumssprecher bestätigt auch, dass das Landesamt für soziale Dienste „ein Erlaubnisverfahren für einen neuen Besitzer der betreffenden Apotheke inzwischen abgeschlossen“ hat. Wer die Apotheke übernimmt, ist bislang nicht bekannt.

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