Umbau

Freiwahl verdoppelt dank Facelift

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Berlin -

Mit seinen bald 34 Jahren ist Murat Baskur bereits stolzer Besitzer von drei Apotheken in Konstanz. Eine von ihnen unterzog er gerade einem radikalen Facelift bei laufendem Betrieb. Dabei waren Nerven wie Drahtseile gefordert.

Den Pharmazieberuf lernte Baskur schon in der Kindheit kennen. Seine Mutter ist noch heute Inhaberin einer Apotheke in der Stadt. Sein praktisches Jahr absolvierte er in München und kehrte nach der Approbation 2009 als angestellter Apotheker zurück an den Bodensee. Im Jahr 2012 eröffnete er die Petershauser Apotheke. „Die Übernahme der Seeapotheke Marktplatz und der Seeapotheke Sigismundstraße hat sich vier Jahre später durch Zufall ergeben“, berichtet er. „Für mich war das eine gute Möglichkeit, mir ein zweites und drittes Standbein zu schaffen. Die Petershauser Apotheke hat einen hohen Rezeptanteil, während wir in den anderen beiden Betrieben vor allem von Laufkundschaft leben.“

Die Apotheke am Marktplatz sei jedoch ein wenig in die Jahre gekommen, Baskur schätzt, dass zwei Jahrzehnte nichts mehr am Erscheinungsbild geändert worden ist. „Um heute konkurrenzfähig zu bleiben, muss man optisch mit der Zeit gehen und dem neuesten Trend anpassen“, sagt er. Zudem sei die Offizin im Laufe der Jahre viel zu eng geworden. „Wir wollten die Verkaufsfläche deutlich vergrößern, das Schaufenster und der Eingang sollten dabei größer und transparenter werden“, so Baskur. „In einem Aufwasch wollten wir dann auch alles andere erneuern, Elektrik, Boden, Decke, Einrichtung, sanitäre Anlagen.“

Die Einrichtung inklusive Planung übernahm die Waldheimer Familienfirma Rockhausen, der Kommissionierautomat kam von Gollmann. „Bei allen anderen Handwerkern haben wir uns für Meisterbetriebe aus der Region entschieden.“ Anfang Januar starteten die Arbeiten. „Dabei wollten wir die Apotheke geöffnet lassen.“ Das setzte allerdings eine extrem gute Planung und Termintreue der Handwerker voraus.

Und extrem starke Nerven der Mitarbeiter: „Wir mussten sehr viel improvisieren, ständig Tische hin- und her räumen, auch der Baulärm war nicht immer ohne“, schildert der Apotheker. „Das war mitunter schon sehr schwierig.“ Die Kunden wurden mit Plakaten vor der Tür informiert, manche blieben in dieser Zeit weg. Doch der Zeitplan konnte eingehalten werden: „Unsere Handwerker haben uns nicht in Stich gelassen.“ Ende Februar war die „neue“ Seeapotheke fertig.

Das Ergebnis könne sich sehen lassen, freut sich Baskur: „Unsere Offizinfläche hat sich verdoppelt, damit haben wir deutlich mehr Freiwahl. Die Optik im Verkaufsraum ist freundlich und modern, darüber freuen sich die Kunden wie die Mitarbeiter, die neuen Schaufenster schaffen eine Transparenz nach außen.“ Auch die Änderungen „unter der Haube“ seien gravierend: „Unser Warenlager ist jetzt automatisiert, die Arbeitsabläufe im Backoffice wurden optimiert.“

Wie viel er in die Rundumerneuerung investiert hat, mag Baskur nicht verraten. Ein weiterer Umbau sei vorerst nicht nötig: „Die Seeapotheke in der Sigismundstraße ist 2004 eröffnet worden und muss nicht saniert werden.“ Der junge Filialist sieht sich für die Zukunft erst mal gewappnet. „Der Beruf macht mir sehr viel Spaß“, betont er. „Ich bin gerne selbstständig, auch wenn drei Apotheken natürlich eine Menge Arbeit machen.“

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