Massive Lagerverluste, extreme Aufzahlungen

, Uhr

Allerdings haben Daiichi Sankyo und Berlin Chemie bereits angekündigt, ihre Preise für Olmetec und Votum nicht abzusenken. Das bedeutet, dass die Patienten die Differenz aus eigener Tasche zahlen müssen – bei der Großpackung der 40mg-Variante summieren sich Zu- und Aufzahlung auf 86,17 Euro.

Der Blutdrucksenker ist nicht der einzige Wirkstoff aus seiner Gruppe, der zu Diskussionen am HV-Tisch führen könnte. Spannend wird, wie sich die Anbieter von Eprosartan verhalten. Das Original, Teveten von Abbott, kostet 96,76 Euro. Neben den entsprechenden Reimporten gibt es Generika nur von CT (71,13 Euro) sowie Ratiopharm und Aristo (je 68,84 Euro). Sollten die Firmen ihre Preise nicht auf 30,33 Euro senken, drohen den Patienten auch hier Mehrkosten von 71,43 Euro, 45,80 Euro beziehungsweise 43,51 Euro. Laut Arzneiverordnungsreport wurde der Wirkstoff zuletzt 157.000 Mal auf Kassenrezept verordnet.

Aufzahlungen gab es in der Vergangenheit nicht nur bei Originalpräparaten wie Sortis (Atorvastatin, Pfizer) und Nebilet (Nebivolol, Berlin Chemie), sondern auch schon bei einzelnen Generika. Doch Kritiker warnen davor, dass einzelne Wirkstoffe wie Eprosartan ganz vom Markt verschwinden könnten. Laut Sozialgesetzbuch müssen die Kassen zwar garantieren, dass nach einer Absenkung mindestens 20 Prozent aller Verordnungen und Packungen zum Festbetrag verfügbar sind. Dies bezieht sich allerdings nicht auf einzelne Substanzen, sondern nur auf die jeweilige Gruppe. Erste Hersteller fürchten eine „künstliche Marktbereinigung“ auf Wirkstoffebene.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema
Weiteres
Podcast NUR MAL SO ZUM WISSEN
Karl, der Mal-sehen-wie-Große»
Mehr Transparenz in der Lieferkette
EMA bekommt Engpass-Datenbank»
Streit um das Millionenprojekt
LAV-Beitrag: 50 Euro pro Monat für Gedisa»
Suspension und Kapseln
Sildenafil in der Pädiatrie»
„Der Betriebsablauf darf nicht gestört werden“
Angestellte abwerben: Das ist nicht erlaubt»
Report Mainz über Impfpassfälschungen
Apotheken im Fadenkreuz von Impfgegnern»
Dosierung, bedenkliche Stoffe, Preis
Retaxgefahr Rezeptur»
Rechtliche und pharmazeutische Aspekte
Grauzone: Abgabe von mehreren OTC-Packungen»