Cannabis-Verdampfer

DAK feilscht bis zum Einkaufspreis Nadine Tröbitscher, 17.05.2018 10:07 Uhr

Berlin - Seit März 2017 ist Cannabis zu medizinischen Zwecken freigegeben und kann zulasten der Kassen abgerechnet werden. Medizinalhanf aus der Apotheke kann von Schmerzpatienten per Vaporizer inhaliert werden. Die Kosten für die Verdampfer werden von den Kassen übernommen, allerdings müssen Apotheken zuvor eine Kostenübernahme einholen. Im Fall der DAK wird jeder Erstattungspreis individuell verhandelt. Nur eins steht fest: Am Ende zahlt die Apotheke drauf.

Cannabis-Verdampfer wie der Mighty Medic oder der Volcano Medic von Wepa sind nicht im Hilfsmittelverzeichnis gelistet. Erst wenn der Hersteller einen entsprechenden Antrag stellt, werden die Medizinprodukte aufgenommen. Vertragspreise nach § 127 Absatz 1 oder 2 Sozialgesetzbuch (SGB V) gibt es nicht. Apotheken müssen einen Antrag auf Kostenübernahme bei der Kasse stellen. So geschehen von einem Apotheker in Niedersachsen. „Seit November haben wir zwischen 20 und 30 Verdampfer abgegeben. Die Genehmigungspraxis der DAK ist schlichtweg sittenwidrig“, sagt der Apotheker.

Zum Großteil wurden die Patienten mit dem tragbaren Verdampfer Mighty Medic versorgt. Der Vaporisator hat einen Apothekeneinkaufspreis (AEK) von 250 Euro. Den ist die DAK auch bereit zu erstatten – inklusive Mehrwertsteuer – außer der Apotheker verhandelt gut. „Die Preisverhandlung erinnert an einen Teppichverkauf auf einem Basar. Wenn die Kostenübernahme des Einkaufspreises bewilligt war, haben wir bei der Kasse angerufen und konnten meist noch einen Rohertrag von etwa 30 Euro aushandeln. Wir haben 50 Euro gefordert und dann hat man sich bei 35 oder 30 Euro getroffen, oder wir hätten gar nichts bekommen.“

Die DAK bestätigt die Einzelfallentscheidungen. „Jeder Preis wird individuell verhandelt und wir orientieren uns am Apothekeneinkaufspreis. Weil es sich um eine Verhandlung im Einzelfall handelt, können die Preise unterschiedlich ausfallen“, teilt ein Sprecher mit. Jede Genehmigung werde nach § 127 Absatz 3 SGB V geprüft und erteilt.

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