Chef sagt an, PTA entscheidet

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Berlin - Beim OTC-Kauf ist die Empfehlung von Apotheker und PTA immens wichtig für die Entscheidung des Kunden. Doch wer entscheidet eigentlich in der Apotheke, welcher Hustensaft und welches Nasenspray in die Sichtwahl kommen oder dem Patienten aktiv angeboten werden. Die Inhaber haben dabei durchaus eine andere Vorstellung als ihre Angestellten, wie die APOSCOPE-Studie „Erkältungsmarkt 2017/2018: Was das Apothekenteam empfiehlt“ zeigt.

Gibt es in Ihrem Team Vorgaben zum Abverkauf von Erkältungsprodukten? Diese Frage wurde den insgesamt 507 verifizierten Teilnehmern aus der Offizin gestellt. In etwas mehr als der Hälfte der Apotheken scheint das nicht der Fall zu sein: 56 Prozent gaben an, dass die Mitarbeiter individuell entscheiden könnten, was dem Kunden empfohlen wird.

Doch die Freiheitsgrade am HV-Tisch sind nicht überall gleich groß. Gut ein Drittel (36 Prozent) gaben an, dass es in ihrer Apotheke allgemeine Richtlinien oder Empfehlungen gibt, was bevorzugt abgegeben werden soll. Und in einer Minderheit der Apotheken überlassen die Chefs nichts dem Zufall: In 7,5 Prozent der Fälle gibt es konkrete Produktvorgaben. Dies gilt vor allem für Apotheken mit viel Laufkundschaft: In der Fußgängerzone gibt es in 14 Prozent der Apotheken konkrete Vorgaben bei der Abgabe.

Auffällig sind die Teilergebnisse der Studie, gefiltert nach Berufsgruppen. Denn die Inhaber unter den Befragten machen ihren Teams offenbar mehr Vorgaben, als von diesen wahrgenommen wird. So gab eine Mehrheit von insgesamt 54 Prozent der Apothekenleiter an, dass es Richtlinien oder sogar konkrete Vorgaben gibt. Die befragten PTA gaben hingegen zu 66 Prozent an, dass in ihrer Apotheke die Mitarbeiter selbst entscheiden könnten, was dem Kunden empfohlen wird. Auch interessant: Der Unterschied in der Wahrnehmung ist zwischen Filialleitern und PTA noch größer als zwischen letzteren und Inhabern. „Normale“ angestellte Apotheker liegen in ihrer Bewertung wiederum zwischen den Chefs und PTA.

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