Betriebsprüfung

Keine „Knallerfälle“ mehr in Apotheken Alexander Müller, 20.07.2015 09:45 Uhr

Berlin - Apotheken müssen sich bei einer Betriebsprüfung umfassend offenbaren. Das hat der Bundesfinanzhof (BFH) entschieden. Und bald sollen auch noch alle Kassen im Einzelhandel mit Fahrtenschreibern überwacht werden. Wird der Fiskus jetzt Millionen an Steuernachzahlungen aus der Offizin absaugen? Wohl kaum. In den Finanzämtern herrscht derzeit eher Ernüchterung.

Vor etwa vier Jahren kursierte eine abenteuerliche Zahl: 4 Milliarden Euro sollte sich der Staat an Steuernachzahlungen allein von den Apothekern zurückholen können, wenn die Steuerfahndung durchgreifen würde. Im Durchschnitt wären das knapp 200.000 Euro Nachzahlung pro Apotheke gewesen.

Zum Vergleich: Zu dieser Zeit hatte eine typische Apotheke einen Jahresumsatz von 1,3 Millionen Euro und ein Betriebsergebnis von 65.000 Euro. Um der Staatskasse zusätzliche 4 Milliarden zuzuführen, hätte quasi jeder Apotheker massiv Steuern hinterziehen müssen – oder etliche Pharmazeuten gar nichts an Finanzamt abgeführt haben.

Tatsächlich fußte diese Mondsumme auf Hochrechnungen mit grob vereinfachten und teilweise falschen Annahmen: Zahlen aus extremen Einzelfällen wurden auf die gesamte Branche übertragen. Als Umsatzrendite veranschlagte der Fiskus bei Hinzuschätzungen zudem noch immer 28 Prozent – davon können Apotheker seit Jahren nur träum

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr aus Ressort