Apotheker kontert Spahn: „Es gibt zu viele Apotheken in Köpenick“

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Es ist der berühmte Elefant, der im Raum steht: Das Wort Rx-Versandverbot lässt Krauter kein einziges mal fallen, aber es ist vollkommen klar, worum es geht. Die CDU habe offenbar Angst gehabt, dass ihr die SPD vom Boot springt, wenn sie auf ihrer Forderung beharrt, vermutet er. Spahn habe sowieso nie vorgehabt, die Vereinbarung umzusetzen. Aber wieso? „Er ist persönlich für den Versandhandel, weil große Konzerne halt besonders attraktiv sind.“ Krauter lacht sardonisch. „Es ist ja schon lange im Trend, sich von Google, Amazon und Facebook um die Steuern betrügen zu lassen. Und wenn man mal kein Politiker mehr ist, dann kann man dort später mal einen Posten im Aufsichtsrat übernehmen. Das geht bei einer Apotheke natürlich nicht.“

Das Wachstum des Versands sieht er jedoch nur als Vorboten einer viel größeren Entwicklung. Denn während der Konkurrenzdruck in den städtischen Gebieten unverändert hoch ist, bekommt die Vor-Ort-Versorgung auf dem Land immer größere Löcher. Der Riss durch den Renteneintritt der geburtenstarken Jahrgänge werde der flächendeckenden Vor-Ort-Versorgung auf dem Land den Todesstoß geben.

Auf 12.000 bis 13.000 Apotheken bundesweit werde die Zahl noch sinken. „Und dann kommen die Ketten und sagen: ‚Wir können die flächendeckende Vor-Ort-Versorgung sichern‘. Dann teilen sich eine Handvoll Konzerne den Markt in Deutschland auf. Ich bin fest überzeugt: Spätestens 2025 fällt die Entscheidung, Ketten zuzulassen“, prophezeit Krauter. „Billiger oder besser wird dadurch nichts. Nur anders.“

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