Umgang mit Entlassverordnungen

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Berlin -

Krankenhäuser und Notfallambulanzen haben meist keine Kassenzulassung und verordnen Privatrezepte. Seit März dürfen Klinikrezepte im Rahmen des Entlassmanagements jedoch auch nach Muster-16 ausgestellt werden. Lösen Patienten diese Verordnungen in der Apotheke ein, sind einige Dinge zu prüfen.

Rezepte, die im Entlassmanagement verordnet werden, sind von den normalen Rosa-Rezepten kaum zu unterscheiden. Die Formulare haben lediglich den Zusatz „Entlassverordnung“ oder „Entlassmanagement“. Die Ausstellung verfolgt das Ziel, Patienten nach dem Verlassen des Krankenhauses übergangslos zu versorgen und die Medikation sicherzustellen.

In der Apotheke muss bei der Abgabe der Arzneimittel Einiges beachtet werden. Die Verordnungen sind nur drei Werktage gültig, dabei wird der Tag der Ausstellung mitgezählt. Da nur Werktage zählen ist der Sonntag nicht einzurechnen. Wichtig ist die Übertragung der begrenzten Gültigkeit auch auf BTM-, Isotretinoin- und T-Rezepte. Statt der gewohnten sechs plus eins beziehungsweise sieben plus eins Tage sind auch sie nur mit einer Frist von drei Tagen einzulösen. Lenalidomid, Thalidomid und Pomalidomid müssen allerdings auf einem T-Rezept verordnet sein – Muster-16 ist nicht zulässig. Ist kein entsprechender Vermerk vorgenommen ist das Rezept wie alle anderen Muster-16-Formulare zu bearbeiten. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Patienten in den ambulanten Kliniken der Krankenhäuser behandelt werden.

Klinikärzte dürfen im Rahmen des Entlassmanagements auch nur die kleinste Packung rezeptieren. Grundlage ist die Packungsgrößenverordnung. Eine Verordnung der größten Normgröße ist somit nicht zulässig. Patienten sollen lediglich die Zeit bis zu ihrem Arztbesuch überbrücken können. Klinikärzte dürfen lediglich für sieben Tage verordnen.

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