Schlafstörungen

Das Geschäft mit dem Schlaf: Intensivkurs statt Pillen dpa, 14.06.2019 13:17 Uhr

Einen Boom gab es bei Fitnessarmbändern. 26 Prozent der Deutschen verwenden sie laut Digital-Branchenverband Bitkom. Die Erfassung von Schlaf und Schlafqualität gehört zu den Funktionen der Geräte. Schlafmediziner sind nicht begeistert. Sich verstärkt selbst zu beobachten, sei kontraproduktiv: „Anspannung ist der Feind des Schlafes“, erklärt Weeß. Zudem beruhten die meisten Schlaftracker auf Bewegungs- und Pulsmessungen, abhängig von der Tageszeit. Das sind aus meiner Sicht „Steinzeitmethoden“ der Schlafforschung.“

Erste Wahl bei der Behandlung von Schlafstörungen sind laut Weeß mittlerweile Schlafkurse. „Auch da nimmt der Markt zu. Es ist wichtig, sich an Personen zu wenden, die die psychotherapeutische und schlafmedizinische Qualifikation haben.“

Bei den Kursen mache man den Patienten „zur eigenen Schlaftablette“, zum Beispiel mit Entspannungstraining, Gedankenstopptechniken und Bettzeitenrestriktionen. In zwei Tagen Intensivkurs könne man Zweidrittel der Teilnehmer zu einem deutlich besseren Schlaf verhelfen. 200 Euro müssen Teilnehmer dafür zahlen – auch hier ist Schlaf eben ein Geschäft.

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