Hilfsmittel zum Verbrauch

Lanzetten nur mit Diagnose und ohne Teststreifen APOTHEKE ADHOC, 24.01.2019 09:01 Uhr

Bedruckt wird entweder mit der Hilfsmittelnummer oder der PZN. Die Abrechnung nach § 300 SGB V war ursprünglich für Arzneimittel vorgesehen. Diese sollen unter Angabe der PZN abgerechnet werden. § 302 hingegen diente der Kostenstellung für Hilfsmittel unter Angabe der Hilfsmittelpositionsnummer und Berücksichtigung von § 139 Hilfsmittelverzeichnis. Heute liegen Apotheken einige Stolpersteine bei der Abrechnung von Hilfsmitteln im Weg, denn die Kassen entscheiden, wonach abgerechnet wird. Handelt es sich um Gruppenverträge, wird gemäß § 300 SGB V die PZN aufgedruckt – sonst wird nach § 302 mit der HiMi-Nummer abgerechnet.

Für die Kassen gelten außerdem unterschiedliche Verträge, denn die Abrechnung nach §302 erlaubt den Kostenträgern individuelle Freiheiten. „Das Nähere über Form und Inhalt des Abrechnungsverfahrens bestimmt der Spitzenverband Bund der Krankenkassen in Richtlinien, die in den Leistungs- oder Lieferverträgen zu beachten sind.“ Techniker Krankenkasse und Barmer fordern bei vereinbarten Vertragspreisen eine Abrechnung nach §302 und bei Abschlagspreisen nach §300 – entsprechend Einkaufspreis inklusive Aufschlag und Umsatzsteuer. Die VSA verarbeitete bereits im Februar vergangenen Jahres im HimiDialog mehr als 400 Verträge mit bis zu 50 Vertragsänderungen pro Quartal. Mit Blick auf das neue Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz (HHVG) wird die Anzahl der Hilfsmittel, die nach §302 abgerechnet werden müssen, eher noch steigen.

Der Patient muss schließlich den Empfang auf der Rückseite der Verordnung mit seiner Unterschrift bestätigen und wenn keine Befreiung von der gesetzlichen Zuzahlung vorliegt, diese in der Apotheke leisten. Für Hilfsmittel zum Verbrauch müssen Versicherte 10 Prozent des Verkaufspreises zahlen. Maximal sind pro Monat zehn Euro zu entrichten. Blutzucker- und Blutdruckmessgeräte, Insulinpens oder Stechhilfen zählen zu den Hilfsmitteln, die nicht zum Verbrauch eingestuft sind. Patienten zahlen hier 10 Prozent des Preises, jedoch mindestens fünf und maximal zehn Euro.

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