Hautkrankheiten

Micreos: 2,5 Millionen für Antibiotika-Alternativen dpa/APOTHEKE ADHOC, 12.11.2019 13:48 Uhr

Berlin - Für seine Forschung im Bereich antibakterieller Produkte erhält das niederländische Biotech-Unternehmen Micreos im Rahmen des EU-Förderprogrammes „Horizont 2020“ den höchstmöglichen Betrag von 2,5 Millionen Euro. Mit diesen Mitteln kann das Unternehmen den Zugang zu seiner Technologie erleichtern und so Millionen Menschen in Europa helfen, die unter entzündlichen Hautkrankheiten wie Akne, Neurodermitis oder Rosacea leiden.

Laut WHO ist Antibiotikaresistenz mittlerweile zu einer der größten Gesundheitsbedrohungen der Menschheit geworden. Bis 2050 werden, falls bis dahin keine Alternativen zu Antibiotika gefunden werden, jährlich etwa 10 Millionen Menschen daran sterben. Mit dem Produkt Staphefekt hat Micreos eine solche Alternative entwickelt. Es handelt sich um ein sogenanntes Endolysin: ein Enzym, das ausschließlich schädliche Bakterien abtötet, während die nützlichen Bakterien unversehrt bleiben. Der Wirkstoff wirkt gegen Staphylococcus aureus inklusive der Methicllin-resistenten Variante (MRSA). Der Vorteil: Im Gegensatz zu Antibiotika wird das körpereigene Mikrobiom geschont. Darüber hinaus sind Resistenzen nicht zu erwarten.

Auf Basis dieser Technologie entwickelt das Unternehmen eine Reihe von pharmazeutischen Produkten. Darunter befinden sich ein Produkt gegen MRSA bei Wundinfektionen und ein Produkt gegen eine bestimmte Form von Hautkrebs, die durch Bakterien ausgelöst wird. Gleichzeitig vertreibt Micreos unter der Marke Gladskin diverse OTC-Produkte für Menschen mit entzündlichen Hautkrankheiten wie Neurodermitis, Akne oder Rosacea.

Mit den EU-Fördergeldern will das Unternehmen die Produktion von Endolysinen ausweiten, Placebo-kontrollierte Doppelblindstudien durchführen und den Zugang zu Gladskin-Produkten in Europa erleichtern. „Mit dem Zuschuss der EU können wir unsere Technologie weiterentwickeln, damit sie ihr volles Potential erreichen kann. Das gibt uns die Möglichkeit noch mehr Menschen zu helfen“, so Firmenchef Mark Offerhaus.

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