Langzeitstudie

Schwangerschaft: Kosmetika beeinflussen Pubertät des Kindes dpa, 04.12.2018 17:19 Uhr

Die Resultate: Enthielten Mütter besonders viel Monoethylphthalat, eine Vorläufersubstanz von Diethylphthalat, so begann die Schamhaarentwicklung der Töchter durchschnittlich etwa sechs Monate früher, wie die Forscher berichten. Und eine besonders hohe Konzentration von Triclosan im Urin der Mutter war demnach verbunden mit einer um knapp fünf Monate früheren ersten Menstruation.

Zusammenhänge fanden die Wissenschaftler auch zwischen der Belastung von Kindern und dem Einsetzen der Pubertät: So gingen sehr hohe Konzentrationen von Methylparaben im Urin der Mädchen mit einer früheren Entwicklung der Brustdrüsen und einer frühen ersten Menstruation einher. Gleiches galt für Propylparaben und die Entwicklung der Schambehaarung. Bei sehr hohen Werten dieser Substanzen begannen die Entwicklungen im Mittel etwa vier bis sieben Monate früher. Bei Jungen fanden die Forscher eine deutliche Verbindung nur für Propylparaben: Eine sehr hohe Konzentration der Substanz ging mit einer früheren Reifung der Geschlechtsorgane einher.

Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie, Professor Dr. Josef Köhrle, sieht in der Studie eine Bestätigung bisheriger Erkenntnisse aus Versuchen an Mäusen und Ratten. „Beachtenswert sind jedoch die Hinweise auf die mögliche Rolle einzelner Substanzen bereits in niedrigen Konzentrationen bei der Beeinflussung der Pubertät“, sagt der Mediziner der Berliner Charité. Denn in der Regel verursachten mehrere Stoffe gemeinsam in Gemischen derartige Wirkungen.

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