Barrierefreiheit

Apotheken im Rampenfieber

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Berlin -

Eine Stufe? Zwei oder drei? Kein Problem, wenn man gesund ist. Erst wenn Stufen zu Hürden werden, bekommt das Wort Rampe Bedeutung im Leben. APOTHEKE ADHOC unterstützt Apotheker, die ihren Kunden den Alltag erleichtern möchten: Wer eine Wheelramp kauft, bekommt von uns 29 Euro dazu. Apotheken-Deutschland ist im Rampenfieber!

20 Wheelramps wurden bereits verlost, sie waren im Handumdrehen vergeben. Eine Gewinnerin ist Apothekerin Barbara Grätz aus Düsseldorf. „Wir haben wenige Rollstuhlfahrer, aber viele Mütter. Man lernt schnell als Mutter“, erzählt sie. Besonders darüber, was man im Alltag braucht. Mütter und Väter freuen sich über die neue Rampe. Und auch Grätz und ihre Kinder nutzen sie. Töchterchen Thea ist neun Monate alt und wird im Kinderwagen bequem in die Blasius-Apotheke chauffiert.

„In zwei Jahren werde ich die Apotheke von meiner Mutter übernehmen“, sagt Grätz. „Wir haben uns schon lange Gedanken über Barrierefreiheit gemacht und was man tun kann. Ich freue mich, dass wir eine Rampe gewonnen haben.“ Laut Apothekenbetriebsordnung sollen Apotheken barrierefrei erreichbar sein. In vielen Fällen kann schon eine mobile Rampe helfen, eine oder wenige Stufen vor dem Eingang zu überbrücken.

Die Rampe wird vom Verein Sozialhelden unter www.wheelramp.de angeboten. Der Verein setzt sich für die Inklusion von Menschen mit Behinderung ein. Um die Barrierefreiheit zu vereinfachen, bieten die Sozialhelden Rampen zu einem Preis ab 179 Euro zum Kauf an. Alle Gewinne kommen dem Verein zugute.

Mit der Rampe können bis zu zwei Eingangsstufen überwunden werden, das sind 25 oder 30 cm Höhenunterschied je nach Rampen-Modell. Die Wheelramp ist klappbar und leicht. APOTHEKE ADHOC unterstützt die Berliner Sozialhelden, damit noch mehr Apotheken barrierefrei werden.

Viele Apotheken sind heute schon barrierefrei zu erreichen. Und das ist nicht nur für Rollstuhlfahrer besser. Auch Familien mit Kinderwagen, Kunden mit Rollator oder Lieferanten mit Sackkarren werden von Stufen vor der Eingangstür behindert. Einer Umfrage von APOTHEKE ADHOC zufolge gibt es aber immer noch etliche Apotheken mit Verbesserungsbedarf: 60 Prozent haben einen ebenerdigen Zugang, 10 Prozent haben wegen der ApBetrO schon umgebaut.

10 Prozent müssten umbauen, schieben das aber noch auf – das sind hochgerechnet rund 2000 Apotheken. 15 Prozent haben eine Klingel beziehungsweise mobile Rampe, 5 Prozent machten keine Angabe. An der Umfrage nahmen am 15. und 16. Mai 144 Leserinnen und Leser von APOTHEKE ADHOC teil.

Wenn zu viele Stufen zu überbrücken sind oder auf dem Gehweg der Platz nicht ausreicht, müssen Apotheken andere Lösungen finden: eine Klingel oder gegebenenfalls sogar einen Hebelift. Wenn sich der Inhaber ersichtlich Gedanken über eine Lösung gemacht hat, haben auch die Aufsichtsbehörden meist ein Einsehen. Keine Apotheke soll wegen einer Treppe geschlossen werden – entgegen anders lautender Befürchtungen auch nicht bei der Übergabe. Nur bei richtigen Neueröffnungen ist die Barrierefreiheit zurecht eine strenge Vorgabe.

Für Rollstuhlfahrer und Kinderwagenbesitzer ist es gerade in fremden Städten gut zu wissen, welche Cafés, Läden oder eben Apotheken barrierefrei sind. Die Sozialhelden haben daher 2010 die Seite www.wheelmap.org ins Leben gerufen, auf der Nutzer die Zugänglichkeit eines Geschäfts bewerten können. Auch Apotheken sind eingeladen, ihre Daten einzutragen.

Wem das Ausfüllen zu kompliziert ist, der kann seine Daten an [email protected] schicken, die Redaktion markiert die Apotheke dann auf der Online-Karte. Wichtig: Bitte den Namen der Apotheke und die vollständige Adresse angeben sowie die korrekte Ampelfarbe und ob ein rollstuhlgerechtes Kunden-WC vorhanden ist oder nicht.

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