VISION.A

Online-Atlas für barrierefreie Apotheken Maria Hendrischke, 19.03.2016 14:20 Uhr

Berlin - Der Internetaktivist Raúl Aguayo-Krauthausen gehört seit zwölf Jahren zu den „Sozialhelden“. Der Verein will soziales Handeln „MTV-fähig“ machen: Statt zu belehren, soll die Hilfe für Andere mit Spaß und Erkenntnisgewinn verbunden werden. Das schafft die Gruppe unter anderem mit einer Karte, in der Internetnutzer die Barrierefreiheit von Geschäften verzeichnen können. Bei der Digitalkonferenz VISION.A von APOTHEKE ADHOC forderte er die Apotheker auf, ihre Apotheke einzutragen.

Die „Sozialhelden“ setzen sich auch für die Inklusion von Behinderten ein. Die Apotheken seien bereits weiter als andere Branchen, sagt Krauthausen, der selbst im Rollstuhl sitzt. „Auch wegen der Senioren oder der Familien mit Kinderwagen versuchen Apotheken, barrierefrei zu sein.“

Für einen Rollstuhlfahrer sei es gerade in fremden Städten eine Hilfe, wenn er bereits wisse, welche Cafés, Banken oder eben Apotheken für ihn zugänglich seien, so Krauthausen. Die Idee zur „Wheelmap“ war geboren: Auf der Webseite bewerten Nutzer die Zugänglichkeit eines Geschäfts; sie tragen ihre Bewertung in die Online-Karte ein. Den Sozialhelden sei es wichtig gewesen, nicht vorher festzulegen, welche Geschäfte oder Einrichtungen bewertet werden sollten. „Behinderte wollen schließlich nicht nur Arztpraxen oder Apotheken besuchen“, sagt Krauthausen.

Inzwischen ist die Seite in 20 Sprachen online und hat weltweit etwa 625.000 Einträge. Der Erfolg des Projekts liege nicht an der Idee; die sei simpel. „Aber wir haben die Anwendung auf das Smartphone geholt und einen sozialen Anwendungsfall für Google Maps geschaffen“, erklärt Krauthausen. So sei es zum Selbstläufer geworden.

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