Schweiz

Apothekenrezeptur hilft Flüchtlingen Maria Hendrischke, 13.03.2016 10:05 Uhr

Berlin - Tabletten gegen die Krätze sind in der Schweiz nicht mehr auf dem Markt – die Hautkrankheit galt als ausgerottet. In Flüchtlingsunterkünften ist sie jedoch weit verbreitet. Eine Berner Apothekerin hilft Erkrankten, indem sie Kapseln selbst herstellt. 

Caterina Riva, Inhaberin der Berner Apotheke Unitobler, fühlte sich angesichts des Flüchtlingszustroms hilflos. Die politische „Ohnmacht“, die Asylbewerber zu versorgen und unterzubringen, habe sie dazu motiviert, selbst aktiv zu werden. Als von einer nahe gelegenen Unterkunft im Herbst 2014 die Anfrage kam, ob sie ein Mittel gegen Krätze bereitstellen könne, war sie sofort dabei.

Gemeinsam mit ihrer Betriebsleiterin und angestellten Apothekerin Ursina Lakomy entschied Riva, selbst Kapseln in der Apotheke herzustellen. Denn so wie auch in Deutschland sind Tabletten gegen Krätze mit dem Wirkstoff Ivermectin in der Schweiz nicht mehr registriert. Daher dürfe sie das Arzneimittel auch nicht in der Apotheke lagern. „Die Tabletten waren einmal zugelassen, das Medikament ist sicher. Aber da kaum jemand mehr an Krätze erkrankt ist, war es nicht mehr nötig“, erklärt Lakomy.

Eine Salbe gegen die Hautkrankheit sei ebenfalls nicht mehr erhältlich, kann aber ebenfalls bei Bedarf hergestellt werden. „Doch diese muss lokal angewandt werden, das ist kompliziert bei vielen Fällen“, sagt sie.

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