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Apotheker umgeht WhatsApp-Verbot Alexander Müller, 21.09.2019 08:00 Uhr

Berlin - Es war nie die große Masse seiner Kunden, die ein Foto ihres Rezepts vorab in die Apotheke geschickt haben. Aber die, die es genutzt haben, konnten sich immer diebisch freuen, wenn ihr Arzneimittel schon auf sie gewartet hat. Doch den WhatsApp-Service darf Apotheker Mark Mehlberg seinen Kunden jetzt nicht mehr anbieten. Aber der schlaue Inhaber hat einen Schleichweg gefunden.

Schon immer an IT interessiert, begann er selbst mit der Programmierung. Und mit der Hilfe eines Freundes schaffte er es in einem vergleichsweise ruhigen Notdienst tatsächlich, eine eigene App zu entwickeln. Schon am nächsten Tag wurden die Kunden auf der Homepage der Apotheke sowie auf Facebook und Instagram über die Neuerung informiert: „WhatsApp war gestern“, unser neues Tool 'WartsAb' steht jetzt zum Download bereit.“

„Meine neue App kann eigentlich nicht besonders viel“, gibt Mehlberg unumwunden zu. Das Ganze ist eher spielerisch angelegt. Über ein einfaches Strategiespiel kann der Patient herausfinden, welches Rabattarzneimittel seine Kasse eigentlich für ihn vorgesehen hätte, wenn es da wäre. Der eher informative Teil listet dagegen recht schmucklos die aktuellen Lieferengpässe. „An der Optik können wir noch arbeiten“, findet der Apotheker.

Die Kunden können nichts mehr vorbestellen und kommen mit ihrem Rezept in die Apotheke. Wenn sie Glück haben, ist das Medikament da, aber das Glück ist selbst defekt dieser Tage, Serotonin-Engpass in der Pharmazie. Aber deswegen heißt die App ja auch WartsAb. In der Apotheke werden die Kunden zu einer besonders gekennzeichneten Fläche geleitet, die sich leicht erhöht vor dem HV-Tischen befindet. Was das ist? Die Plattform natürlich, von dem aus die Patienten über ihre App (also darüber hinweg sprechend) mit dem Apotheken-Personal in Kontakt treten können.

Die Anwendung soll nur der Einstieg sein. Mehlberg plant, eine Oase des Wartens in seiner Apotheke einzurichten, mit Meditationskursen für mehr Gelassenheit im Alltag, einem Didgeridoo-Schnitz-Workshop in der Teeküche und vielen Spielen an frei zugänglichen Tablets in der Sichtwahl. Platz ist ja genug in der Apotheke, seit er seine Lagerfläche auf die Hälfte reduzieren konnte.

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