Versorgungsmangel

Lamotrigin: Engpass wegen CEP-Entzug? Nadine Tröbitscher, 05.02.2020 09:04 Uhr

„Im Falle von Lamotrigin wurde einem Wirkstoffhersteller das CEP-Zertifikat entzogen“, bestätigt die Stada auf Nachfrage. „Die Situation wurde durch eine allgemeine Knappheit der Präparate am Markt sowie Lieferengpässen bei unseren Mitanbietern und einer daraus resultierenden erhöhten Nachfrage der entsprechenden Stada- und Aliud-Produkte noch verschärft“, so der Konzern. Um die Lieferfähigkeit zu gewährleisten, komme bei Stada eine so genannte Second-Source-Strategie zum Einsatz. Deren Ziel sei es, für alle wichtigen Wirkstoffe mindestens zwei qualifizierte Lieferquellen zu haben, die im Idealfall aus unterschiedlichen Ländern stammen. „Trotz dieser Sicherheitsmaßnahmen konnte der Lieferengpass bei Lamotrigin-Präparten bisher jedoch leider nicht vollständig aufgefangen werden. Die derzeitige Situation ist für uns ebenfalls sehr unzufriedenstellend.“

Als weitere mögliche Ursache könnte eine Kreuzkontamination in den USA in Frage kommen. Hierbei handele es sich jedoch um einen ganz speziellen Einzelfall, „mit dem unsere Produkte ebenfalls in keinem Zusammenhang stehen“, so Stada.

Einen globalen Engpass der aktiven Substanz bestätigt auch Aurobindo. Der gleichnamige indische Mutterkonzern hält seit März 2019 ein eigenes CEP. Man könne derzeit mit Ausnahme der beiden Handelsformen Lamotrigin AB 25mg N3 und 100mg N1 auch nicht liefern – „aufgrund des globalen API-Engpasses“, heißt es aus München.

Auch bei Aristo werden so langsam die Bestände knapp. „Wir haben unsere Volumen dramatisch hochgefahren, aber allein in der vergangenen Woche haben wir unseren geplanten Monatsabsatz abgegeben, so dass es wohl nur noch eine Frage der Zeit ist, bis wir auch hier lieferunfähig werden“, so Geschäftsführer Dr. Stefan Koch. Da man die Fertigarzneimittel selbst produziere, könne man immerhin flexibel reagieren und Aufträge vorziehen; laut Koch werden daher voraussichtlich Anfang März wieder alle Stärken verfügabr sein. Aber generell sei die Situation unplanbar und unbefriedigend. Nicht zuletzt für die Patienten sei es ärgerlich, wenn die Firma, die ihre Bestände plane und im Griff habe, am Ende doch nicht liefern könne, weil ein anderer ausfalle.

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