Ausbildung

Zwei PTA überzeugt – für die Kollegen

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Berlin -

Nachwuchsförderung ist wichtig. Dabei geht es nicht nur um gute fachliche Ausbildung. Auch Teamfähigkeit gehört zu zentralen Kompetenzen in der Offizin. Die familiäre Atmosphäre in einer Apotheke gefiel zwei Praktikantinnen im hessischen Groß-Zimmern so gut, dass sie sich an einer PTA-Schule einschrieben.

Seit fünf Jahren führt Inhaberin Daniela von Nida die Alte Apotheke Groß-Zimmern. Regelmäßig betreuen die Apothekerin und ihr Team Schülerpraktikanten. „Man hat solche und solche Erfahrungen“, sagt von Nida. Die meisten seien „ganz pfiffig“. Um die „Spreu vom Weizen zu trennen“, verlangt die Inhaberin eine schriftliche Bewerbung. Mit der Vorgabe fährt von Nida gut.

Schülerpraktikanten kosten aber auch Zeit. Der Nachwuchs muss beaufsichtigt und eingewiesen werden. „Kein Praktikant macht bei uns alleine eine Rezeptur, ohne dass einer daneben steht“, sagt von Nida. Man müsse ihnen auf die Finger schauen. „Wir nehmen uns gerne die Zeit, weil Apotheken mit einem Nachwuchsproblem zu kämpfen haben.“ In ihrem Team sei derzeit zwar keine Stelle akut zu besetzen. Dennoch ist der Apothekerin die Betreuung von an Pharmazie interessierten Schülern wichtig.

Praktikanten übernehmen in der Alten Apotheke Groß-Zimmern selbstständig Botengänge, stempeln die Zeitschriften oder fahren zu Ärzten. Sie werden mit an den HV genommen, um Kundenkontakt kennenzulernen und in Galenik eingewiesen. Die Schulabsolventinnen Lara und Alisia haben das Team während des Sommers unterstützt. Sie verbrachten die vergangenen Monate als Mini-Jobber in der Apotheke, um Berufserfahrung zu sammeln.

Beiden hat es so gut gefallen, dass sie sich für die PTA-Ausbildung entschieden haben. Das sei erstmals in den vergangenen fünf Jahren passiert, freut sich von Nida. Der Austausch mit den beiden und den Mitarbeitern sei gut gewesen. „Eine wusste nicht, ob sie PTA oder PKA lernen sollte und konnte sich bei uns ein Bild von den Berufen machen“, sagt von Nida. Die Inhaberin bot beiden an, ihr sechsmonatiges Pflichtpraktikum in ihrem Betrieb zu absolvieren.

Zur Verabschiedung in den Schulalltag gab es von der Apotheke eine besondere Erinnerung: Die beiden jungen Frauen erhielten „Apotheken-Schultüten“. Von Nida bastelte die grünen Geschenke mit samt Apotheken-A selbst. „Das war mir wichtig.“ In ihrem Urlaub habe sie die Muse gepackt. Den Kontakt will das Team mit den beiden PTA-Schülerinnen auf jeden Fall halten. Die eine sei mit einer angestellten Apothekerin befreundet, die andere die Tochter eines Stammkunden.

Die Inhaberin ist überzeugt, dass die beiden PTA-Schülerinnen ihre Ausbildung gut meistern werden. Ein Kollege aus Darmstadt meldete sich bereits bei ihr und bot an, den Nachwuchs ebenfalls zu unterstützen. Da eine Schülerin in die Stadt umziehen wird, vermittelte von Nida den Kontakt weiter. Die Pharmazeutin beschäftigt zwölf Mitarbeiter. Sie übernahm die Apotheke von Hardy Mayer. Der Betrieb wurde 1948 von Wenzel Karl Olbert gegründet. Heute ist die Apotheke unter anderem auf Mineralstoffberatung und junge Familien spezialisiert.

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