Warteschlangen: Pavillons für Apotheken

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Berlin - Je kleiner die Apotheke, desto weniger Menschen passen hinein – eigentlich trivial, aber angesichts der Covid-19-Schutzmaßnahmen und des bevorstehenden Winters ein zunehmendes Problem. Einer aktuellen aposcope-Umfrage zufolge darf knapp die Hälfte der Apotheken wegen der Quadratmetervorschriften nur maximal drei Kunden hereinlassen. Die Folge: Mehr als zwei Drittel der Apotheken berichten von Warteschlangen vor der Offizin. Hier will das Planungsbüro Höferlin & Höferlin nun Abhilfe verschaffen: Es hat einen „Apotheken-Pavillon“ entwickelt, der Kunden die Zeit in der Warteschlange erträglicher machen soll.

Die gute Nachricht ist: Bisher scheint es mit den Warteschlangen noch nicht so schlimm zu sein wie beim ersten Lockdown im Frühjahr. Die schlechte Nachricht: Das Frühjahr ist längst vorbei. In den kommenden Wochen und Monaten werden Kunden verstärkt bei Wind und Wetter vor der Apotheke warten müssen, bis sie am HV stehen. Die Apotheken probieren derzeit von Hinweisschildern über Bodenmarkierungen bis hin zu Sitzgelegenheiten allerlei aus, um das geordnet und möglichst komfortabel zu gestalten. Manche wollen sogar auf Heizpilze oder den Ausschank von Heißgetränken zurückgreifen, wenn der Winter richtig zuschlägt. Gegen Regen und eventuell Schnee hilft das aber auch nicht wirklich.

Das Planungsbüro Höferlin & Höferlin aus Detmold, das in den vergangenen Jahren schon mehrere neue Einrichtungsideen wie Beratungszylinder und Wasserwände in die Apotheken brachte, hat darin nun eine Marktlücke entdeckt: „Apothekenpavillons“ sollen den Umständen entsprechend größtmöglichen Warteschlangenkomfort bieten und nicht nur dadurch auch neue Kundschaft anziehen, sondern ganz nebenbei auch als effektiver Werbeträger dienen.

Vier Kunden haben in einem solchen Pavillon Platz, sind dabei vor Regen geschützt und gleichzeitig den Hygienevorschriften entsprechend voneinander abgetrennt. Das gut zwei Meter hohe sowie je rund zwei Meter lange und breite Gestell besteht aus Aluminium, wiegt 75 Kilogramm, ist auf Rollen montiert und soll von einer einzelnen Person auf- und abgebaut werden können. Denn das ist durchaus relevant, erklärt Geschäftsführer Michael Höferlin: „Das Element kann schnell auf- und zusammengefaltet werden, damit man es problemlos über Nacht in die Apotheke stellen und zu Betriebsbeginn wieder herausrollen kann. Damit ist es nicht nur vor Vandalismus geschützt, sondern fällt vor allem nicht unter Bauauflagen, da es ja nur temporär aufgestellt wird.“ Sobald der Pavillon positioniert ist, werden die beiden seitlichen Deckenteile ausgeklappt und mit den ausschwenkbaren, transparenten Hygienewänden justiert. Wer den Pavillon nicht reinholen will, könne ihn allerdings auch mit einer Kette oder einem Fahrradschloss am Gebäude befestigen.

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