Wenn Ibu den Blutdruck steigen lässt

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Berlin -

Rückenschmerzen gehören in Westeuropa fast schon zum Volksleiden. Die meisten Betroffenen versuchen, sich mit rezeptfreien Schmerzmitteln zu helfen. Das funktioniert häufig gut – allerdings können die Mittel bei längerer Anwendungsdauer Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln hervorrufen. Gerade bei älteren Patienten, die oft Medikamente gegen Bluthochdruck einnehmen, kann das gesundheitliche Auswirkungen haben. Dann ist es wichtig, Behandlungsalternativen zu kennen.

Fall: Ein älterer Herr von etwa 70 Jahren kommt mit einer Verordnung über Candesartan 32 mg und Simvastatin 40 mg in die Apotheke. Er ist kein Stammkunde, löst aber in unregelmäßigen Abständen seine Rezepte in der Apotheke ein. Heute bittet er außerdem um ein Diclofenac-Schmerzgel, von dem er in der Werbung gehört habe. Seine Rückenschmerzen seien mittlerweile so stark, dass er sich kaum noch bewegen könne. Die Ibuprofen-Tabletten, die er gelegentlich einnehme, reichten gegen die Schmerzen einfach nicht aus. Auf Nachfrage erzählt der Kunde, dass er seine bettlägrige Frau selbst pflegt. Auf die Frage, ob er mit dem Bluthochdruckmedikament zurechtkomme, sagt er, dass in der letzten Zeit sein Arzt nicht mehr zufrieden mit den Werten sei. Daher habe er jetzt eine höhere Dosis verschrieben bekommen.

Analyse: Bluthochdruck-Patienten erhalten sehr häufig Medikamente aus der Gruppe der Angiotensin-Rezeptorantagonisten, die sogenannten Sartane. Sie gelten als sehr gut verträglich und rufen beispielsweise keinen Husten hervor, wie es bei den ACE-Hemmern oft der Fall ist. Allerdings sind auch bei der Anwendung der Sartane Wechselwirkungen zu beachten. So können Schmerzmittel der nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) die Wirkung der Medikamente verringern. Da der Kunde berichtet, dass er seit einiger Zeit Ibuprofen einnimmt, könnten die erhöhten Blutdruckwerte darauf zurückzuführen sein.

Was die Ursache der Rückenschmerzen ist, ist zunächst nicht genau ersichtlich. Nach den ersten erhaltenen Informationen könnten die Schmerzen auf die körperliche Belastung zurückzuführen sein, die durch die Pflege der Partnerin entsteht. Mit zunehmendem Alter ist die Belastung für den Rücken nicht mehr zu kompensieren. Schmerzen sind die Folge, die durch eine Schonhaltung noch verstärkt werden können. Meist liegt dann eine starke Muskelverspannung vor.

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