Metoprololtrartrat-Lösung: Auf die Konzentration kommt es an | APOTHEKE ADHOC
Tipps für die pädiatrische Herstellung

Metoprololtartrat-Lösung: Auf die Konzentration kommt es an

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Berlin -

Für pädiatrische Patient:innen mit Herzproblemen müssen oft spezielle Rezepturen hergestellt werden, da keine passenden Fertigarzneimittel zur Verfügung stehen. Im NRF findet sich die Vorschrift zur Metroprololtartrat-Lösung 1 mg/ml. Diese kann in unterschiedlichen Stärken hergestellt werden.

Die Herstellung von Individualrezepturen kann vor allem im pädiatrischen Bereich sinnvoll sein. Allerdings kann je nach Konzentration der Lösung ein hohes Applikationsvolumen notwendig sein, was die Verabreichung erschweren kann. Damit je Dosis weniger Flüssigkeit appliziert werden muss, kann die Konzentration der Lösung erhöht werden. Die NRF-Vorschrift 10.3 für eine Lösung mit Metroprololtartrat enthält 1mg/ml – allerdings können auch Konzentrationen mit 5 mg/ml oder 10 mg/ml angefertigt werden.

Da die Substanz sehr gut wasserlöslich ist, können höhere Konzentrationen grundsätzlich hergestellt werden – ein Teil löst sich in weniger als einem Teil Wasser. „Bei der NRF-Vorschrift wurden abweichende Konzentrationen zwar nicht untersucht. Tendenziell sollte man aber davon ausgehen können, dass konzentriertere Lösungen chemisch zumindest genauso stabil sind wie niedrig konzentrierte, wenn nicht sogar stabiler“, so das NRF.

Höhere Konzentrationen analog zur NRF-Vorschrift herstellen

Die höherkonzentrierten Lösungen können daher analog zur geltenden NRF-Vorschrift 10.3 hergestellt werden – dürfen allerdings nicht mit der NRF-Ziffer bezeichnet werden. Die Herstellung erfolgt im Becherglas: Nachdem Kaliumsorbat in einem Großteil des gereinigten Wassers gelöst wurde, werden Metoprololtartrat und Citronensäure jeweils separat eingewogen und gelöst. Anschließend wird bis zur Endmenge mit gereinigtem Wasser aufgefüllt. „Die Dichte wird sich nicht wesentlich ändern und liegt weiterhin bei 1, sodass nach wie vor zu 100,0 g aufgefüllt werden kann, auch wenn dann volumetrisch dosiert wird“, erklärt das NRF.

Dosierung indikations- und altersabhängig

Metoprololtartrat senkt den Blutdruck und die Herzfrequenz. Außerdem wirkt die Substanz antiarrhythmisch. Dadurch kommt sie bei verschiedenen Indikationen wie Bluthochdruck, Koronarer Herzkrankheit, Herzrhythmusstörungen und stabiler Herzinsuffizienz zum Einsatz. Die Dosierung erfolgt indikations- und altersabhängig. Bei pädiatrischen Patient:innen muss zudem der Entwicklungsstand berücksichtigt werden. Bei Früh- und Neugeborenen spielt auch die verlangsamte Metabolisierung eine wichtige Rolle – die Dosis ist dementsprechend anzupassen und engmaschig zu überwachen.

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