Masernschutzgesetz

Impfpflicht für Apothekenteams? Nadine Tröbitscher, 25.05.2020 08:16 Uhr

Berlin - Das Masernschutzgesetz ist seit 1. März in Kraft. Personen, die in Gemeinschaftseinrichtungen oder medizinischen Einrichtungen tätig sind, müssen gegen Masern geimpft sein, wenn sie nach 1970 geboren sind. Betroffen sind unter anderem Lehrer und medizinisches Personal. Wie sieht es aber mit dem Apothekenteam aus?

Laut Masernschutzgesetz müssen alle Kinder ab dem vollendeten 1. Lebensjahr beim Eintritt in den Kindergarten oder die Schule die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Masern-Impfungen vorweisen. Die Vorgabe gilt auch für Personen, die in Gemeinschaftseinrichtungen oder medizinischen Einrichtungen tätig sind wie Erzieher, Lehrer, Tagespflegepersonen und medizinisches Personal – wenn die Personen nach 1970 geboren sind. Einen Impfschutz müssen auch Asylbewerber und Flüchtlinge vier Wochen nach Aufnahme in eine Gemeinschaftsunterkunft vorweisen.

Gemeinschaftseinrichtungen sind im Sinne des Gesetzes Einrichtungen, in denen überwiegend minderjährige Personen betreut werden wie Kindergärten, Kindertagesstätten, Schulen, Horte sowie Heime und Ferienlager.

Masernimpfung für Apothekenpersonal?

Eine Apotheke zählt zu den Gesundheitseinrichtungen. Daher stellt sich die Frage: Gibt es auch für Mitarbeiter der Apotheke, die nach dem 31. Dezember 1970 geboren sind, eine Masernimpfpflicht? Die Antwort liefert das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege (StMGP) auf Nachfrage: „Für in Apotheken tätige Personen besteht keine Nachweispflicht eines Masernschutzes. Dementsprechend erfolgt diesbezüglich auch keine Überwachung durch das Gesundheitsamt.“

Dennoch stellt sich die Frage, ob § 36 Absatz 2 Masernschutzgesetz für Apotheken greift und die Mitarbeiter zu einer Impfung verpflichtet. Darin heißt es: „Einrichtungen und Unternehmen, bei denen die Möglichkeit besteht, dass durch Tätigkeiten am Menschen durch Blut Krankheitserreger übertragen werden, sowie Gemeinschaftseinrichtungen nach § 33 Nummer 2 können durch das Gesundheitsamt infektionshygienisch überwacht werden.“

Auch hier liefert das StMGP die Antwort – nämlich nein. „Eine Apotheke ist zwar eine Gesundheitseinrichtung mit häufigem Kundenkontakt, entspricht allerdings nicht einem gleich großen Ansteckungspotential wie eine Tätigkeit in einem Krankenhaus oder einer Arztpraxis, bei der näherer Kontakt zu Patienten besteht und schwieriger z.B. Abstand zu halten ist.“

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