„Ihre Frisur gefällt mir nicht!“

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Berlin -

In einigen Berufen gibt es klare Vorschriften zum äußeren Erscheinungsbild, etwa bei der Polizei oder der Bundeswehr. Doch wie ist das in der Apotheke? Darf der Chef vorschreiben, wie die Haare zu tragen sind, oder in welcher Farbe die Fingernägel lackiert sein dürfen? Und was, wenn man sich nicht an die Vorschriften hält? Ein Beispiel aus der Praxis.

Apothekerin Lisa wurde von ihrem Chef dazu angehalten, ihre Haare offen zu tragen, da sie mit geschlossenen Haaren unautoritärer aussehe und nicht das Bild einer Apothekerin erfülle. Ihre Kollegin durfte weder farbigen Nagellack, noch roten Lippenstift tragen. Doch sind solche Vorgaben erlaubt? Wie steht es um die Individualität in Apotheken?

Der Apothekeninhaber hat nach § 106 der Gewerbeordnung das sogenannte Weisungsrecht. Der Arbeitgeber kann Anweisungen und arbeitsbegleitende Ordnungen festzulegen. Das bedeutet, er darf – vor allem bei Mitarbeitern im Kundenkontakt – bestimmen, wie zum Beispiel die Dienstkleidung auszusehen hat. Jedoch müssen bei diesen Richtlinien die Grund- und Persönlichkeitsrechte der Mitarbeiter geachtet werden.

Besteht in einer Apotheke ein Betriebsrat, so hat dieser ein Mitbestimmungsrecht zu den Richtlinien. Das Weisungsrecht muss immer im geeigneten Verhältnis stehen. Da dies jedoch nicht genau definiert ist, ist die Reichweite dieses Rechtes oft unklar.

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