Ärger über Geld und Organisation: Impfpersonal frustriert

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Berlin - In Berlin gibt es zunehmend Unmut unter den Apotheker:innen und PTA, die in Impfzentren und Impfteams arbeiten. Die Kolleg:innen sind zwar über den Senat per Honorarvertrag angestellt, die Personalrekrutierung und Arbeitseinsätze werden jedoch von einer Zeitarbeitsfirma koordiniert. Nachdem Gehälter zunächst wochenlang nicht gezahlt wurden, kommt es nun zur Weitergabe der privaten Mailadressen und Handynummern.

Immer wieder kommt es in der Hauptstadt zu Problemen in den Impfzentren. Anders als in anderen Bundesländern kümmert sich in Berlin eine Zeitarbeitsfirma um die Einstellung von Apotheker:innen und PTA. Nachdem die Personalrekrutierung eher dem Motto „Wer hat am meisten Zeit“ als „Wer ist am besten qualifiziert“ folgte, kam es im Januar zu großem Unverständnis bezüglich des Versicherungsverhältnisses: „Es besteht kein Unfall- und Versicherungsschutz“, heißt es im Honorarvertrag. Für weiteren Zündstoff sorgte auch der Passus: „Steuern und alle sonstigen Abgaben gehen zulasten der auftragnehmenden Person und sind von ihr oder ihm abzuführen. Die Auftraggeberin wird die zuständige Finanzbehörde über die Einkünfte aus diesem Vertrag informieren.“

Die Zeitarbeitsfirma scheint überfordert mit dem Auftrag. Gehälter werden erst Wochen später gezahlt, Arbeitseinsätze spontan abgesagt. Apotheker berichten von abendlichen Anrufen, bei denen der Einsatz am Folgetag storniert wird. Wann die nächsten Einsätze erfolgen, steht oft erst wenige Tage vorher fest. Die Koordination der Einsätze scheint komplex – so komplex, dass die Angestellten untereinander die Einsätze telefonisch abstimmen sollen. Die privaten Handynummern werden vom zwischengeschalteten Personaldienstleister mitgeteilt – Datenschutz: Fehlanzeige.

Die bilaterale Absprache am Telefon nützt laut Aussagen der Angestellten auch nur reichlich wenig, die Einsätze müssten zentral erfasst werden. Eine für alle nutzbare App zur Einsatzplanung oder ähnliches existiert nicht.

Es ist nicht das erste Mal, dass es zu Problemen mit dem Datenschutz kommt. Immer wieder kommt es vor, dass Informationsschreiben an einen offenen Mailverteiler verschickt werden. Die Adressen der Kolleg:innen sind von allen Adressaten einsehbar. Einige haben sich bereits bei dem Personaldienstleister beschwert. Die Zeitarbeitsfirma habe sich bei ihnen entschuldigt, heißt es. Die CDU hatte bereits die Ablösung verlangt mit dem Ziel, die Apothekerkammer mit der Einsatzplanung zu beauftragen. Ein entsprechender Antrag wurde im Abgeordnetenhaus abgelehnt.

 

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